In Kassel-Vorderer Westen kam es zu einem besorgniserregenden Vorfall: Zwei geparkte Autos, ein Skoda Octavia und ein Skoda Karoq, brannten vollständig aus. Passanten bemerkten am Abend gegen 19:30 Uhr das Feuer in der Herkulesstraße, Ecke Berlepschstraße. Die Feuerwehr war schnell vor Ort und konnte Schlimmeres verhindern, aber der Schaden beläuft sich auf rund 45.000 Euro. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus, allerdings gibt es derzeit noch keine Hinweise auf Täter oder Motiv. Das Kommissariat 11 der Kasseler Kripo bittet die Bevölkerung um Mithilfe und Hinweise.
Diese Brandstiftung ist nicht der einzige Vorfall, der die Stadt in den letzten Tagen beschäftigte. In der Region Kassel wurden am Wochenende gleich fünf Einbrüche in Einfamilienhäusern gemeldet. Die Taten fanden in Schauenburg-Elgershausen, Baunatal-Großenritte, Söhrewald-Wellerode und Niestetal-Heiligenrode statt. Unbekannte drangen in Abwesenheit der Bewohner in die Wohnungen ein. In Schauenburg-Elgershausen wurde ein Fenster aufgehebelt, in Baunatal-Großenritte zuvor eine Balkontür zerschlagen, und auch in Söhrewald-Wellerode und Niestetal-Heiligenrode brachen die Einbrecher über Fenster und Kellerbereiche ein. In einem Fall scheiterten die Täter beim Versuch, eine Kellertür aufzubrechen.
Einbruchsermittlungen und Festnahme
Ein 21-Jähriger konnte inzwischen festgenommen werden, nachdem ein Opfer sein gestohlenes Werkzeug auf einem Kleinanzeigenportal erkannte. Am Sonntag wurde ein fingiertes Verkaufstreffen am Friedrichsplatz arrangiert, wo Zivilbeamte ihn festnehmen konnten. Bei dieser Aktion wurden drei Kreissägen sichergestellt, von denen zwei eindeutig dem Einbruchsopfer zugeordnet werden konnten. Der Festgenommene gab an, das Werkzeug günstig gekauft zu haben, doch gegen ihn läuft nun ein Verfahren wegen Hehlerei.
Am selben Tag, am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, kam es zudem zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen drei Männern. Dabei verletzte ein 39-Jähriger einen 43-Jährigen mit einer Kopfnuss, was zu einer blutenden Nasenverletzung führte. Es entwickelte sich ein Handgemenge, in dessen Verlauf der 39-Jährige ein Cuttermesser aus seiner Socke zog, das er auf einen weiteren Beteiligten richtete. Zeugen intervenierten und entwendeten ihm das Messer. Auch hier sind mehrere Sachbeschädigungen an einem nahegelegenen Blumenladen zu verzeichnen. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und möglichem Diebstahl aufgenommen.
Kriminalitätsentwicklung im Überblick
Die aktuellen Ereignisse werfen ein Licht auf die generelle Kriminalitätsentwicklung in Deutschland. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts zeigt sich 2024 ein Rückgang um 1,7 % auf rund 5,84 Millionen registrierte Straftaten. Besonders ins Gewicht fallen dabei weniger Cannabis-Delikte, die in Folge der Teillegalisierung seit dem 1. April 2024 zurückgegangen sind. Auffällig ist, dass viele Bürgerinnen und Bürger sich in ihrer Sicherheit beeinträchtigt fühlen, obwohl die Zahlen sinken. In Nordrhein-Westfalen, wo Kassel liegt, sind die Kriminalitätszahlen besonders hoch.
Die Aufklärungsquote liegt 2024 bei 58 %, was einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Ein weiteres Augenmerk gilt der Zunahme der nichtdeutschen Tatverdächtigen, die auf 41,8 % ansteigt. Das macht deutlich, dass in den Kreisen der Delinquenz bei uns eine immer buntere Mischung herrscht.
Die Stadt Kassel und ihre Umgebung sind derzeitig von einer Vielzahl an Einbrüchen und Aggressionen betroffen, was die Anwohner besorgt. Die Behörden sind dringend auf die Mithilfe der Öffentlichkeit angewiesen, um die Sicherheit in der Region zu erhöhen. Wer Hinweise zu den Vorfällen hat, kann sich unter den angegebenen Nummern an die Kripo oder die Bundespolizei wenden.