Was passiert bei kaltem Wetter in unseren vier Wänden? Eine große Gefahr lauert ganz unsichtbar: das Gas Radon. Wenn draußen die Temperaturen sinken und wir weniger lüften, kann sich der gefährliche Stoff in unseren Innenräumen anstauen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt eindringlich vor den gesundheitlichen Risiken, die insbesondere Kellerräume betreffen. Radon ist das zweitwichtigste Risiko für Lungenkrebs nach dem Tabakrauchen. Schätzungen zufolge leben etwa 10,5 Millionen Menschen in Deutschland in Wohnungen, in denen die Radonwerte über dem Empfehlungsgrenzwert von 100 Becquerel pro Kubikmeter liegen. In vielen Fällen können diese Werte im Winter fünf- bis zehnmal höher sein als in gut belüfteten Räumen im Sommer, enthüllt die Merkur.
Wie kommt es überhaupt zu dieser gefährlichen Anreicherung? Radon entsteht beim Zerfall von Uran und Radium, das in allen Bodenarten vorhanden ist. Über Risse im Fundament oder undichte Stellen gelangt es in unsere Wohnräume. Ein Phänomen, das oft unterschätzt wird, ist der sogenannte Kamineffekt: Warme Luft steigt auf, erzeugt einen Unterdruck, und radonhaltige Luft wird aus der Erde ins Gebäude gesogen. Mit der steigenden Vernarrtheit in Energiesparmaßnahmen und verbesserte Isolierungen könnte das Risiko sogar steigen, da weniger wieder frische Luft in die Räume gelangt.
Radon und seine gesundheitlichen Folgen
Jährlich erkranken in Deutschland rund 2.800 Menschen an Lungenkrebs infolge von Radonexposition. In der gesamten EU sind es sogar etwa 20.000 Fälle pro Jahr. Auch wenn Radon selbst keine akuten Symptome verursacht, ist klar, dass die alpha-Strahlung seiner Zerfallsprodukte im Lungengewebe zu Zellschäden führen kann. Ein Risiko für Lungenkrebs steigt um etwa 16% pro 100 Becquerel Radon pro Kubikmeter Raumluft. Die WHO setzt die Obergrenze für Radon in Innenräumen bei 100 Becquerel, während Deutschland einen weniger strengen Wert von 300 Becquerel hat, wie die BfS berichtet.
Ein gewisses Licht am Ende des Tunnels gibt es bereits: Die Messung der Radonwerte kann durch passive Radon-Messgeräte erfolgen, deren Anschaffung zwischen 30 und 50 Euro liegt. Die Experten empfehlen Maßnahmen wie regelmäßiges Stoßlüften, Abdichten unerwünschter Zugänge, und das Einrichten spezieller Lüftungsanlagen. Für Neubauten sind gasdichte Bodenplatten oder Radon-Sperrfolien wichtige Schutzmaßnahmen. Je mehr Menschen sich deren Risiken bewusst werden, umso besser kann man sich schützen.
Radon – Ein unterschätztes Risiko
Für Nichtraucher ist Radon der größte natürliche Einzelbeitrag zur Strahlenbelastung. Während der Großteil des Radons, den wir einatmen, unverzüglich wieder ausgeatmet wird, bleiben die Zerfallsprodukte in der Lunge zurück und können dort zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Thema auch von Eigentümern in geologisch angespannte Gebieten geschenkt werden, da hier die Radonwerte höher sind, wie den Informationen von Wikipedia zu entnehmen ist.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass Radon eine unsichtbare Bedrohung darstellt, die in vielen Haushalten in Deutschland weit verbreitet ist. Präventive Maßnahmen sind das A und O, um die Gesundheitsrisiken zu minimieren und die Raumluftqualität zu sichern. So können wir uns und unsere Lieben in unseren eigenen vier Wänden schützen.