In den USA gibt es derzeit eine aufregende Bewegung zurück zu den Wurzeln des Schreibens. Der Gouverneur von New Jersey, Phil Murphy, hat ein Gesetz unterzeichnet, das Schreibschrift wieder zum Pflichtfach an Grundschulen macht. Betroffen sind Schüler der dritten bis fünften Klasse. Diese Entscheidung steht im Kontext einer zunehmenden wissenschaftlichen Entdeckung über die Vorteile des Handschreibens, wie fr.de berichtet.
Eine Studie der Indiana University hat herausgefunden, dass Handschrift das Gehirn auf andere Weise aktiviert als das Tippen. Kinder, die per Hand schreiben, zeigen Gehirnaktivitätsmuster, die denen von erwachsenen Lesern ähneln. Dies zeigt sich nicht nur bei der Aktivierung bestimmter Hirnregionen, sondern auch in der Art und Weise, wie Informationen verarbeitet und gespeichert werden. Eine weitere Untersuchung von Audrey van der Meer von der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegen belegt, dass beim Schreiben mit der Hand Verbindungen zwischen Gehirnregionen entstehen, die für Lernen und Gedächtnis entscheidend sind.
Wissenschaftliche Erkenntnisse im Mittelpunkt
Die Rückkehr des Schriftunterrichts in den Lehrplänen ist kein Einzelfall, denn in den letzten Jahren haben rund 20 US-Bundesstaaten ähnliche Maßnahmen ergriffen. Gleichzeitig fällt die neue Regelung in die Zeit des 250-jährigen Bestehens der Vereinigten Staaten. Bemerkenswert ist auch, dass in Bayern gerade erst die Schreibschrift aus dem Grundschuleingangsunterricht abgeschafft wurde. Hier zeigt sich ein scharfer Gegensatz zu den Entwicklungen in den USA, wo immer mehr Schulen den Wert des traditionellen Schreibens erkennen.
Interessanterweise wird in der heutigen Zeit oft mehr auf Tastaturen geschrieben als mit Stift und Papier. Diesen Trend belegen die Ergebnisse von welt.de, die darauf hinweisen, dass das Tippen von Texten zwar praktische Vorteile bietet, aber handschriftliche Notizen das Lernen fördern können. Handschriftliche Aufzeichnungen bieten in vielen Fällen bessere Lernergebnisse, insbesondere wenn es darum geht, tiefere Verständnisfragen zu beantworten.
Die Vorzüge der Handschrift
Warum ist das so? Forscher der Norwegian University of Science and Technology fanden heraus, dass bei den Handbewegungen beim Schreiben mit einem Stift bestimmte Hirnregionen deutlich aktiver sind. Ein wesentliches Merkmal der Handschrift ist das Zusammenspiel von Bewegung, Sehen und Fühlen, das das tiefere Speichern von Informationen fördert, wie auch smartup-news.de betont. Besonders bei Grundschülern hat das Schreiben mit der Hand einen positiven Einfluss auf das Erlernen von Buchstaben und deren Rechtschreibung.
Die Studie zeigt darüber hinaus, dass viele Kinder heute Schwierigkeiten haben, schnell und leserlich zu schreiben, was dazu führt, dass ihre Handschrift im Laufe der Zeit meist schlechter wird. Der technische Fortschritt, einschließlich Diktieroptionen und KI-gestützter Transkriptionssoftware, hat das manuelle Schreiben weitgehend reduziert. Trotz dieser Entwicklungen, ist die Meinung von Experten klar: Handschriftliche Notizen sind nach wie vor wichtig für den Lernprozess, und es gibt gute Argumente dafür, diese Fähigkeiten im Schulunterricht zu stärken.
Die Geschicke des Schreibens ändern sich, doch die Rückkehr zur Handschrift könnte den Schülern von heute helfen, nicht nur besser zu lernen, sondern auch ihre geistige Fitness zu bewahren. Ein guter Schritt in Richtung einer ausgeglichenen Bildung, die sowohl die traditionellen als auch die modernsten Methoden integriert.