Heute ist der 8.02.2026 und in Kassel gibt es Neuigkeiten aus der Welt der Bildung und Wissenschaft. Im US-Bundesstaat New Jersey hat Gouverneur Phil Murphy ein Gesetz unterzeichnet, das Schreibschrift als Pflichtfach an Grundschulen wieder einführt. Diese Entscheidung betrifft Schüler der dritten bis fünften Klasse und basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Vorteile des Handschreibens. Eine Studie der Indiana University hat gezeigt, dass das Handschreiben das Gehirn anders aktiviert als das Tippen. Kinder, die per Hand schreiben, zeigen Gehirnaktivitätsmuster, die erwachsenen Lesern ähneln. Dies ist ein bemerkenswerter Schritt, insbesondere da in Bayern das Schreiben in Schreibschrift bereits abgeschafft wurde.

Die Rückkehr zum Schreibschriftunterricht fällt zudem mit dem 250-jährigen Bestehen der USA zusammen und zeigt, dass rund 20 US-Bundesstaaten in den letzten Jahren ähnliche Maßnahmen ergriffen haben. Die neue Regelung tritt sofort in Kraft und Schüler müssen bis Ende der fünften Klasse in der Lage sein, Schreibschrift zu lesen und leserlich zu schreiben. Der Einfluss der handschriftlichen Notizen auf das Lernen ist unbestreitbar. Studien belegen, dass handschriftliche Notizen nicht nur besser einprägsam sind, sondern auch die Rechtschreibung verbessern.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Handschrift

Die Vorteile des Handschreibens sind nicht nur auf die USA beschränkt. Norwegische Neurowissenschaftler wie Audrey van der Meer und Ruud van der Weel haben herausgefunden, dass handschriftliches Schreiben die Hirnaktivität und die Verknüpfungen zwischen Hirnregionen fördert. Bei ihren Untersuchungen verwendeten sie Elektroenzephalographie (EEG), um die Gehirnaktivität während des Schreibens zu messen. Die Handbewegungen aktivieren bestimmte Hirnregionen stärker, was sich positiv auf das Lernen auswirkt.

Es ist bekannt, dass viele Jugendliche Schwierigkeiten haben, schnell und leserlich zu schreiben, was darauf hindeutet, dass das handschriftliche Schreiben in der heutigen digitalen Welt an Bedeutung verliert. Laptops und Tablets sind im Alltag weit verbreitet, auch in Schulen. Während das Tippen an Bedeutung gewinnt, bleibt das handschriftliche Schreiben essentiell, um die Lernfähigkeiten der Kinder zu fördern. Experten warnen vor den Nachteilen des fehlenden handschriftlichen Schreibens, da es beim Lernen hilft, Buchstaben besser zu erfassen und die Gedächtnis- und Informationsverarbeitungsbereiche im Gehirn stärker aktiviert.

Digitale Herausforderungen und die Zukunft der Handschrift

Die Diskussion um die Bedeutung des Handschreibens wird auch vor dem Hintergrund des technischen Fortschritts geführt. Digitale Schreibformen könnten das Handschriftliche bei vielen Menschen überholt haben. Dennoch haben beide Schreibarten ihre Vorzüge: Während Computertexte einfacher zu bearbeiten sind, fördern handschriftliche Notizen das Lernen. Studien zeigen, dass Studenten, die handschriftlich Notizen machten, besser abschnitten als ihre Kollegen, die am Computer schrieben. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass Computerbenutzer dazu neigen, wortwörtlich mitzuschreiben, was die Lernprozesse behindert.

Einige Experten, wie die Wissenschaftlerin Nadine Anskeit, glauben nicht, dass handschriftliche Notizen bald aussterben werden. Sie betonen die Bedeutung einer Kombination aus analogen und digitalen Lernmethoden. Programme wie „Kritzelpate“ des Schreibmotorik-Instituts e.V. fördern das handschriftliche Schreiben und zeigen, dass das Schreiben mit der Hand den Verstand schärft und die Gedächtnisleistung in Schule, Universität und Beruf verbessert.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das handschriftliche Schreiben trotz der Digitalisierung eine wichtige Rolle im Bildungswesen spielt. Der Gesetzesentwurf in New Jersey könnte als Anstoß dienen, auch in anderen Regionen über die Rückkehr zur Handschrift nachzudenken. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den ausführlichen Artikeln auf FR.de, Welt.de und Smartup-News.de.