In den letzten Tagen hat ein Rückruf eines Honig-Produkts für Aufsehen gesorgt. Die „Lotus Mixed Herbal Paste with Honey“ wurde in einem dringenden Warnhinweis des Landratsamts Tübingen als gesundheitsschädlich eingestuft. Grund dafür ist der nicht deklarierten Wirkstoff Sildenafil, der auch in dem bekannten Erektionsmittel Viagra enthalten ist. Diese Warnung wurde auf lebensmittelwarnung.de veröffentlicht und stellt eine ernsthafte Gefahr für Verbraucher dar.
Sildenafil ist ein verschreibungspflichtiger Arzneimittelwirkstoff, der nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden sollte. Der Konsum des Produktes birgt ein nicht abschätzbares Gesundheitsrisiko, insbesondere da Verbraucher fälschlicherweise annehmen könnten, es handele sich um ein harmloses Lebensmittel. Nebenwirkungen von Sildenafil sind unter anderem Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Verdauungsstörungen sowie schwerwiegende Risiken wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte. Besonders riskant ist zudem die Kombination von Sildenafil mit Nitraten, da dies zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall führen kann.
Details zum Rückruf
Das betroffene Produkt hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum bis Juli 2030 und wird von der Firma Atabey Gida Sanayi ve Tic. Ltd. Sti. hergestellt. Der Inverkehrbringer, der die Paste für Ersan Cimen in Tübingen vertreibt, wurde zum Rückruf aufgefordert, und der Verkauf über Amazon wurde gestoppt. Das Landratsamt Tübingen hat zudem eine Telefonnummer bereitgestellt, unter der weitere Informationen eingeholt werden können: 07071 207 3202.
Zusätzlich wurde das Mindesthaltbarkeitsdatum in einer späteren Meldung von März 2030 auf Juli 2030 korrigiert. Verbraucher sollten das Produkt in jedem Fall nicht konsumieren, da die Risiken, insbesondere für Menschen mit bestehenden Herzproblemen, erheblich sind. Die Verbraucherzentrale hat ebenfalls vor den Gefahren gewarnt, die von solchen Produkten ausgehen können, die fälschlicherweise als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft werden.
Hintergrund zu Sildenafil und Nahrungsergänzungsmitteln
Sildenafil sowie Tadalafil gehören zur Gruppe der PDE-5-Hemmer und werden zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind diese Arzneimittel verschreibungspflichtig, und der Kauf ohne Rezept, insbesondere in Online-Apotheken, ist gesundheitlich bedenklich. Verbraucherwarnungen existieren vor gepanschten Nahrungsergänzungsmitteln zur Potenzsteigerung, die oft nicht die gewünschten oder gar gefährliche Inhaltsstoffe enthalten.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass „rein pflanzlich“ nicht zwangsläufig harmlos bedeutet. Viele Pflanzenstoffe, die in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden, sind in der EU aufgrund fehlender Sicherheitsnachweise nicht zulässig. Beispiele sind unter anderem Mucuna pruriens (Juckbohne) und Yohimbe-Wurzel, deren Verwendung gesundheitliche Risiken birgt. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, mit Vorsicht an solche Produkte heranzutreten, da auch pflanzliche Stoffe Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben können.
Für weitere Informationen zu den Risiken und zur sicheren Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln empfiehlt sich ein Blick auf die umfassenden Informationen der Verbraucherzentrale, die unter verfügbar sind.





