In Hessen bahnt sich erneut ein umfassender Streik im öffentlichen Nahverkehr an. Die Gewerkschaft Verdi hat für den kommenden Freitag und Samstag, den 27. und 28. Februar 2026, einen Streik bei kommunalen Verkehrsunternehmen angekündigt. Betroffen sind Städte wie Kassel, Frankfurt und Wiesbaden, wo zahlreiche Busse und Bahnen stillstehen werden. Dies stellt bereits den sechsten Streikaufruf seit Anfang Februar dar, und die Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen in den kommunalen Verkehrsbetrieben sind nach wie vor festgefahren.
In Kassel werden Straßenbahn- und Busfahrer ihre Arbeit niederlegen, während in Frankfurt alle U-Bahnen und Straßenbahnen betroffen sein werden. In Wiesbaden fallen die meisten Buslinien aus. Die Bahnen und Busse der Linien 1 bis 29 in Kassel sind direkt betroffen, ebenso wie die Buslinien 11, 17 und 22 im Umland. Zudem fahren die RegioTrams nur zwischen bestimmten Orten. Der Ersatzverkehr für die U-Bahn-Linie U2 zwischen Nieder-Eschbach und Gonzenheim ist ebenfalls eingerichtet, während die S-Bahnen und Regionalzüge voraussichtlich weiterfahren werden. Die Auswirkungen sind auch auf die Busverbindungen zwischen Mainz und Wiesbaden sowie im Kreis Groß-Gerau zu spüren.
Hintergrund der Streiks und Forderungen
Die Streiks sind Teil der laufenden Tarifverhandlungen, in denen Verdi bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit fordert. Christine Behle, die Verdi-Bundesvorsitzende, hat ihre Unzufriedenheit über den Fortschritt der Verhandlungen deutlich gemacht. Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Hessen hingegen kritisiert die Warnstreiks und betont, dass die finanziellen Forderungen von Verdi für die kommunalen Nahverkehrsunternehmen nicht umsetzbar seien.
Zusätzlich zu den aktuellen Streikankündigungen hat Verdi am Dienstag, dem 24. Februar 2026, bereits einen Warnstreik in mehreren Städten durchgeführt, darunter Kassel, Frankfurt, Wiesbaden, Gießen und Marburg. Dieser Streik begann in Kassel um 3:30 Uhr, während Frankfurt und Wiesbaden um 4:00 Uhr folgten. In Gießen war der Stadtbusverkehr kaum betroffen, da die Mit.Bus GmbH nicht zum Streik aufgerufen wurde. Die Arbeitgeberseite weist die Vorwürfe über Kürzungen bei tariflich vereinbarten Zulagen zurück und betont, es gehe um Mantelregelungen.
Bundesweite Streiks und Perspektiven
Die Situation könnte sich über Hessen hinaus ausweiten. Am 27. und 28. Februar sind bundesweit Streiks im kommunalen Nahverkehr geplant, bei denen voraussichtlich 150 öffentliche Verkehrsunternehmen und Busbetriebe betroffen sein werden. Insgesamt sind rund 100.000 Beschäftigte in ganz Deutschland in den Arbeitskampf involviert. Die Verhandlungen drehen sich dabei nicht nur um die Arbeitsbedingungen, sondern in einigen Bundesländern auch um höhere Löhne.
Die ersten bundesweiten Streiktage, die am 2. Februar stattfanden, führten bereits in mehr als 100 Unternehmen zu einem vollständigen Erliegen des Verkehrs für 24 Stunden. Die kommenden Verhandlungen zwischen Verdi und den Arbeitgebern sollen am Mittwoch nach dem aktuellen Streik fortgesetzt werden, und die Gewerkschaft zeigt sich entschlossen, den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber zu erhöhen, um zu besseren Arbeitsbedingungen zu gelangen. Für weitere Informationen zu den Forderungen und Verhandlungsverläufen können Interessierte die offizielle Website von Verdi besuchen.
Für die Bürger in Hessen bedeutet dies in den kommenden Tagen erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr, die sowohl den Alltag als auch die Mobilität in den betroffenen Städten stark beeinträchtigen werden. Die Situation bleibt angespannt und erfordert Geduld von allen Beteiligten.