Am 15. März 2026 ist es endlich soweit: Die Kommunalwahlen in Hessen stehen vor der Tür. Insgesamt werden die Bürger in 421 Städten und Gemeinden aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Dabei werden 21 Kreistage, die Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt – das größte Kommunalparlament mit 93 Abgeordneten – sowie die Ausländerbeiräte und rund ein Dutzend Bürgermeisterwahlen, unter anderem die Oberbürgermeisterwahl in Hanau, gewählt. Dies ist eine hervorragende Gelegenheit für die Wähler, aktiv an der Gestaltung ihres Alltags mitzuwirken, denn die Entscheidungen der Kommunalpolitiker betreffen wesentliche Bereiche wie Schulen, Parks, Nahverkehr und Stadtfinanzen. Für weitere Informationen zu den Wahlen und deren Bedeutung können Sie den Artikel auf FFH lesen.
Besonders spannend wird die Wahl durch die Möglichkeit für Wähler, ihre Stimmen flexibel zu vergeben. In Hessen gibt es kein 5%-Hürde, was kleinen Parteien ebenfalls Chancen auf Sitze eröffnet. Neu ist, dass EU-Bürger in Hessen ebenfalls wählen dürfen, und erstmals können auch wohnungslose Menschen, sofern sie im Wählerverzeichnis eingetragen sind, an der Wahl teilnehmen. Die Stimmzettel sind entsprechend groß – in Frankfurt misst er 144 x 60 cm und zählt somit zu den größten in Deutschland. Dies ist nicht nur eine Herausforderung beim Ausfüllen, sondern auch durch die langen Namen in den Listen bedingt. Für die Briefwahl kann man bereits jetzt Unterlagen beantragen, die rechtzeitig beim Wahlamt ankommen müssen.
Wahlverfahren und Stimmabgabe
Ein weiteres interessantes Merkmal der hessischen Kommunalwahl ist das Wahlverfahren selbst. Das hessische Wahlrecht erlaubt das Kumulieren und Panaschieren von Stimmen. Wähler haben so viele Stimmen wie Sitze zu vergeben – in Frankfurt beispielsweise 93 Stimmen. Diese Stimmen können auf mehrere Personen verteilt werden (Panaschieren) oder bis zu drei Stimmen pro Kandidat vergeben werden (Kumulieren). Ein einfaches Listenkreuz reicht aus, um Stimmen der angekreuzten Liste zu geben. In einigen Städten, darunter Frankfurt, Wiesbaden und Kassel, haben die Wähler auch die Möglichkeit, interaktive Muster-Stimmzettel zur Übung zu nutzen.
Die Wahlzeit am Wahltag ist von 8 bis 18 Uhr, und es dürfen keine automatischen Musterwahlzettel mehr verschickt werden. Stattdessen erhalten die Wähler ihre Wahlbenachrichtigungen bis zum 22. Februar. Ein Blick auf die Wahlbeteiligung der letzten Wahlen zeigt, dass diese bei der Kommunalwahl 2021 bei 50,4% lag, was im Vergleich zu 48% im Jahr 2016 einen leichten Anstieg darstellt. Experten weisen jedoch darauf hin, dass das komplizierte Wahlsystem oftmals als Grund für die niedrige Wahlbeteiligung genannt wird. In ländlichen Gebieten ist die Wahlbeteiligung in der Regel höher als in städtischen Regionen.
Erste Ergebnisse und Auszählung
Die Auszählung der Stimmzettel erfolgt nicht sofort. Am Wahlabend werden zunächst nur die Stimmzettel mit Listenkreuzen gezählt, und erste Trendergebnisse sind ab ca. 18:30 Uhr zu erwarten. Ein gesammeltes Trendergebnis für Hessen wird gegen 2 Uhr nachts erwartet, während die vorläufigen Endergebnisse einige Tage nach der Wahl bereitstehen. Die Auszählung wird von städtischen Angestellten durchgeführt und kann mehrere Tage in Anspruch nehmen. Ungültige Stimmzettel betrugen bei der letzten Kommunalwahl fast 4%, was die Wähler dazu anregen sollte, sich mit dem Ausfüllen der Stimmzettel vertraut zu machen.
Insgesamt stehen den rund 4,7 Millionen Wahlberechtigten in Hessen spannende und entscheidende Wochen bevor. Die Kommunalwahlen sind nicht nur eine Möglichkeit, die eigene Stimme zu erheben, sondern auch eine Chance, aktiv am politischen Geschehen in der eigenen Gemeinde teilzunehmen. Für weitere Details können Sie auch die Informationen auf Hessenschau und FAZ nachlesen.