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Heute ist der 28.03.2026 und im Lahn-Dill-Kreis beschäftigen sich viele Menschen mit der Frage, was sie zu Abend essen sollen. Ein typisches Szenario nach der Arbeit könnte so aussehen: Man telefoniert zu Hause und fragt den Partner, ob er etwas für das Abendessen mitbringen kann. Die Antwort ist oft unentschlossen: „Also, ich weiß jetzt gerade nicht, was.“ Die häufige Rückfrage nach dem Essenswunsch führt zu einem kleinen Teufelskreis: „Was wollen wir denn später essen?“ – „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Was willst du denn essen?“ – „Weiß ich nicht. Deshalb rufe ich ja an.“ Diese Gesprächsmuster sind nicht nur amüsant, sie spiegeln auch das Dilemma wider, in dem viele Menschen stehen, wenn es um die Essensplanung geht. Diese alltäglichen Herausforderungen können schnell zum Gefühl von Überforderung führen, besonders in einer Zeit, in der ständige Erreichbarkeit zum Alltag gehört. Quelle.

Doch nicht nur die Frage nach dem Abendessen kann stressig sein. In der heutigen Arbeitswelt ist die ständige Erreichbarkeit ein zentrales Thema. In Australien haben Arbeitnehmer in größeren Unternehmen das Recht, in ihrer Freizeit nicht auf Anrufe, SMS oder E-Mails von Vorgesetzten zu reagieren. Diese Regelung wird ab nächstem Jahr auch für kleinere Betriebe (unter 15 Mitarbeiter) gelten, mit Ausnahmen bei arbeitsbedingten Notfällen. In Deutschland hingegen hängt die Erreichbarkeit von Arbeitnehmern in ihrer Freizeit stark von individuellen Arbeits-, Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen ab. Ohne spezifische Regelungen besteht keine Pflicht, auf Nachrichten außerhalb der regulären Arbeitszeiten zu reagieren. Quelle.

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Die Auswirkungen ständiger Erreichbarkeit

Das Arbeitszeitgesetz in Deutschland schützt Arbeitnehmer durch Regelungen zu Arbeitszeit, Mindestruhezeit und Pausenzeiten. Dennoch gibt es viele Ausnahmeregelungen, insbesondere im Bereich kritischer Infrastrukturen. Eine aktuelle Umfrage mit dem Titel „Arbeiten 2023“ zeigt, dass 61% der Befragten Angst haben, aufgrund von Überlastung krank zu werden – ein besorgniserregender Anstieg um 11% seit 2018. Diese ständige Erreichbarkeit wird von fast jedem Vierten als wesentlicher Stressfaktor identifiziert. Felix Brodbeck, Professor für Wirtschafts- und Organisationspsychologie, hebt die negativen Effekte dieser Erreichbarkeit auf Erholung und Produktivität hervor.

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Unternehmen sind aufgefordert, klare Regelungen zur Erreichbarkeit einzuführen. Dazu gehört beispielsweise das Abschalten von E-Mail-Postfächern nach einer bestimmten Uhrzeit. Proaktive und klare Absprachen zwischen Arbeitnehmern und Vorgesetzten sind entscheidend, um das Gleichgewicht zwischen Beruf und Freizeit zu wahren. Die Gewerkschaften und Arbeitgeber in Deutschland warten zudem auf einen angekündigten Gesetzentwurf zur Arbeitszeitregelung, der voraussichtlich nicht alle offenen Fragen klären wird.

In diesem Kontext wird deutlich, wie wichtig es ist, dass sowohl in der Küche als auch im Büro klare Absprachen getroffen werden, um das tägliche Dilemma zu entschärfen. Während wir uns also nach der Arbeit fragen, was wir essen wollen, sollten wir auch über unsere Erreichbarkeit nachdenken – und vielleicht einfach mal das Telefon beiseitelegen, um in Ruhe zu genießen, was auf dem Tisch steht.