Wie oft sitzen wir nach einem langen Arbeitstag zu Hause und stehen vor der gleichen Frage: „Was gibt’s heute zum Essen?“. Das Gefühl von Déjà-vu kann dabei von einem nicht endenden Kreislauf gezeichnet werden. So ähnlich klingt das Gesprächsmuster: „Hallo, ich fahre noch einkaufen. Soll ich was mitbringen fürs Essen?“ – „Also, ich weiß jetzt gerade nicht, was“. Wer kennt es nicht? Oft bleibt die Planung auf der Strecke, und die Frage „Was wollen wir denn später essen?“ wird zur wiederkehrenden Herausforderung, die sich wie ein roter Faden durch den Alltag zieht. Leider führt diese Unentschlossenheit nicht nur zu kulinarischen Entscheidungen, sondern kann auch ernste Folgen für das Wohlbefinden haben.
In der heutigen Zeit sind Arbeitnehmer mehr denn je der ständigen Erreichbarkeit ausgesetzt. Das macht nicht nur im Büro Probleme, sondern auch zu Hause. Während in Australien Beschäftigte in größeren Unternehmen nicht mehr verpflichtet sind, in ihrer Freizeit auf Anrufe, SMS oder E-Mails von Vorgesetzten zu reagieren, sieht die Situation in Deutschland ganz anders aus. Hier hängt die Erreichbarkeit stark von Arbeits-, Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen ab. Ohne klare Regeln besteht auch keine Pflicht, auf Nachrichten außerhalb der regulären Arbeitszeiten zu antworten, was laut tagesschau.de für viele zu einem ständigen Stressfaktor geworden ist.
Stress durch ständige Erreichbarkeit
Eine Umfrage mit dem Titel „Arbeiten 2023“ hat ergeben, dass 61% der Befragten sich Sorgen machen, aufgrund von Überlastung krank zu werden – ein deutlicher Anstieg um 11% seit 2018. Felix Brodbeck, Professor für Wirtschafts- und Organisationspsychologie, warnt vor den negativen Auswirkungen ständiger Erreichbarkeit auf die Erholung und Produktivität. Dabei erkennen fast vier von zehn Befragten diese permanente Ansprechbarkeit als wesentlichen Stressfaktor an. Die Forderung nach klaren Regelungen, wie dem Abschalten von Postfächern nach einer bestimmten Uhrzeit, wird immer lauter. In Deutschland warten Gewerkschaften und Arbeitgeber bereits gespannt auf einen neuen Gesetzentwurf zur Arbeitszeitregelung.
Doch was können wir im Alltag konkret tun, um diesem Druck entgegenzuwirken? Klare, proaktive Absprachen zwischen Arbeitnehmern und Vorgesetzten sind entscheidend. Ein gutes Händchen für die eigene Work-Life-Balance ist mehr denn je gefragt. Oft sind es die kleinen Schritte, die helfen: Öffne nach 17 Uhr kein Laptop mehr, schalte das Handy auf lautlos oder plane feste Zeiten für Entspannung ein. So bleibt der Feierabend nicht nur eine Phrase, sondern wird tatsächlich zu einer Zeit der Erholung.
In einer Welt, in der Arbeit und Freizeit immer mehr verschwimmen, stehen wir nicht nur vor der Herausforderung, Essensentscheidungen zu treffen, sondern auch, unser Wohlbefinden aktiv zu schützen. Der Schlüssel liegt in der Balance und den richtigen Regelungen – für ein entspannteres Leben, sowohl zu Hause als auch im Job.



