In Nidderau hat heute, am 11. November 2025, der Räumungsverkauf im beliebten Modegeschäft „Kleingestricktes“ begonnen. Die Inhaberin Daniela Winkler gab bekannt, dass der letzte Verkaufstag für ihre Kunden der 30. Dezember 2025 sein wird. Grund für die Schließung sind die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die es der Inhaberin unmöglich machen, das Geschäft weiterzuführen. „Es ist eine schwierige Entscheidung, aber die Umstände zwingen uns dazu“, erklärte Winkler.
Das Geschäft hat sich über die Jahre einen Namen gemacht mit seinem Angebot an nachhaltiger Kindermode und Accessoires für die ganze Familie. Die Produkte, die aus hochwertigen Naturgarnen hergestellt wurden, zeichnen sich durch handgestrickte Qualität oder durch die Verwendung von Handstrickmaschinen aus. Während des Räumungsverkaufs erwartet Kunden ein attraktiver Rabatt von 20 Prozent auf Marken wie Disana, Engel, Cosilana und Reiff.

Die Inhaberin betonte zudem, dass während des Verkaufsevents der Online-Shop pausiert. Nach der Schließung des Ladens will Daniela Winkler jedoch weiterhin online und auf Märkten tätig sein. „Ich möchte mich bei meinen treuen Kunden für ihre Unterstützung bedanken. Die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit im Laden werden immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben“, so Winkler weiter.

Ein weiter verbreitetes Phänomen

Die Schließung von „Kleingestricktes“ ist Teil eines größeren Trends in der Modebranche, der nicht nur Nidderau betrifft. So meldete das Modeunternehmen Gerry Weber ebenfalls, dass es alle seine Filialen in Deutschland schließen wird. Dieses Unternehmen, mit Sitz in Halle/Westfalen, steht seit längerem unter Druck. Der Insolvenzantrag in Eigenverwaltung wurde im März 2025 gestellt, und die Rückkehr auf den Markt soll künftig über Handelspartner erfolgen, nicht mehr über eigene Geschäfte. Im Laufe der letzten Jahre mussten bereits zahlreiche Geschäfte schließen; allein 2023 waren es 122 von 171 eigenen Läden, was etwa 450 Stellen betraf. Die markanten wirtschaftlichen Herausforderungen in der Branche sind auch mit der schwachen Konjunktur, den steigenden Kosten und den Folgen der Pandemie zu erklären.

Über alle Filialen hinweg finden sich derzeit Räumungsverkäufe mit Rabatten von bis zu 70 Prozent. Gerade die Vielzahl an Schließungen verdeutlicht, wie sehr die Modebranche in Deutschland und darüber hinaus unter Druck gerät. Das Modegeschäft ist nicht nur eine Frage des Stils, sondern hängt auch maßgeblich von stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.

Die Mitarbeiter von Gerry Weber und anderen betroffenen Unternehmen müssen sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen, während die Modelandschaft in Deutschland sich gerade grundlegend wandelt. „Wir hoffen, dass es in Zukunft wieder positive Entwicklungen gibt“, ließ die Inhaberin von „Kleingestricktes“ abschließend verlauten.