Im Main-Kinzig-Kreis engagieren sich lokale Politiker und Organisationen intensiv für die Unterstützung von obdachlosen Menschen. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das Franziskushaus in Hanau, das seit seiner Gründung im Jahr 1991 als integrierte Einrichtung der Wohnungslosenhilfe fungiert. Unter der Leitung des Caritasverbandes bietet das Franziskushaus eine Vielzahl von Hilfen an, darunter aufsuchende Arbeit, Tagesaufenthalt, Beratung sowie stationäres und betreutes Wohnen in eigenem Wohnraum. Diese differenzierten Hilfen richten sich an erwachsene wohnungslose Menschen und sind entscheidend, um in allen Lebensphasen Unterstützung zu bieten. Der Standort des Franziskushauses, zwischen dem Hauptbahnhof Hanau und dem Rathaus/Marktplatz, ist für Betroffene gut erreichbar, insbesondere mit den Linien 2 und 7 der Hanauer Straßenbahn.

Am 8. Februar 2026 fand ein gemeinsames Essen im Franziskushaus statt, an dem auch prominente politische Stimmen wie Jochen Dohn, Oberbürgermeisterkandidat, Cat* Patiño Lang, Spitzenkandidat:in für den Kreistag, und Emîne Pektaş, Stadtverordnete, teilnahmen. Pektaş setzt sich aktiv für soziale Gerechtigkeit, feministischen Politikwandel und migrantische Communities in Hanau ein. Patiño Lang forderte während des Essens geeigneten Wohnraum und professionelle Sozialarbeit für Menschen in Not und kritisierte den Sozialabbau der Regierung sowie die steigende Armut. Dohn lobte die Mitarbeitenden des Franziskushauses für ihre unermüdliche Unterstützung wohnungsloser Menschen und sprach sich entschieden gegen Debatten über mögliche Lockerungen des Arbeitszeitgesetzes aus, die das Leben von Sozialarbeitern zusätzlich erschweren könnten. Diese Themen stehen in direktem Zusammenhang mit der aktuellen Situation wohnungsloser Menschen in Deutschland.

Die aktuelle Situation der Wohnungslosigkeit

Die Herausforderungen, vor denen obdachlose Menschen in Deutschland stehen, sind alarmierend. Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) waren im Jahr 2024 mindestens 1.029.000 Menschen in Deutschland wohnungslos. Die Zahl der ordnungsrechtlich untergebrachten Personen war zum Stichtag 31. Januar 2025 mit 474.675 Menschen hoch und steigend. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer menschenwürdigen und bedarfsgerechten Unterbringung für wohnungslose Menschen, besonders in Zeiten extremer Minustemperaturen, in denen bereits mehrere obdachlose Menschen durch Kälteeinwirkung gestorben sind. Solche Umstände machen die Arbeit von Einrichtungen wie dem Franziskushaus umso wichtiger.

Die steigende Armut und der Sozialabbau werden von vielen Verbänden kritisch betrachtet. Ein gemeinsamer Appell von Verbraucherschutz-, Sozial-, Wohlfahrts- und Wirtschaftsverbänden an die Bundesregierung macht deutlich, dass Verbraucher:innen zunehmend Schwierigkeiten haben, Bargeld zu nutzen und zu erhalten. Diese Problematik betrifft nicht nur die Allgemeinheit, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Lebensrealität wohnungsloser Menschen, die oft auf Barzahlungen angewiesen sind. Die Kombination aus steigender Armut und sinkenden sozialen Leistungen stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Lebensqualität vieler Menschen dar.

In diesem Kontext ist es entscheidend, dass Initiativen wie das Franziskushaus weiterhin unterstützt werden, um menschenwürdige Hilfe und Unterstützung für wohnungslose Menschen zu gewährleisten. Das Engagement von Politiker:innen und sozialen Einrichtungen zeigt, dass es einen Willen gibt, die sozialen Bedingungen zu verbessern und die Lebenssituation der betroffenen Menschen aktiv zu verändern. Die Herausforderungen sind groß, aber die gemeinsamen Anstrengungen sind ein Lichtblick in der dunklen Realität der Wohnungslosigkeit.