Die Beschäftigten der Eckart GmbH in Schlüchtern haben am 18. November 2023 für Geschichte gesorgt: Erstmals in der Unternehmensgeschichte haben sie einen Warnstreik ausgerufen. Unzufriedenheit mit den aktuellen Bedingungen ist der Hauptgrund für den Arbeitskampf. Die Initiative wurde von der IG Metall organisiert, die sich dafür einsetzt, einen Tarifvertrag zu erreichen, der Sicherheit und faire Entgelte garantiert. Laut gnz.de haben sich 87 Prozent der Belegschaft für Nachbesserungen des bisherigen Angebots des Arbeitgebers ausgesprochen.

Der seit dem 3. November vorliegende Vorschlag der Unternehmensleitung reicht laut den Beschäftigten nicht aus. Die IG Metall hat ihrerseits ein Gegenangebot vorgelegt, das einen verbindlichen Verhandlungsprozess bis zum 30. April 2026 vorsieht. Außerdem wird eine Einmalzahlung sowie Entgelterhöhungen analog zur Metall- und Elektroindustrie gefordert. Man erhofft sich bis zum 21. November ein verhandlungsfähiges Angebot von der Geschäftsführung und dem GESCO-Management. Detlef Alt, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, betont die Geschlossenheit der Belegschaft und das Potenzial zur Durchsetzung ihrer Forderungen.

Streik als Signal

Die derzeitigen Warnstreiks sind Teil einer größeren Bewegung innerhalb der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall hat angekündigt, ab Dienstag flächendeckende Warnstreiks auszurufen, wobei mehr als 3,9 Millionen Mitglieder in den Genuss von besseren Bedingungen kommen sollen. Laut tagesschau.de wurde der bestehende Tarifvertrag gekündigt, und die nachlaufende Friedenspflicht endet nun. Die Forderungen beinhalten 7 Prozent mehr Lohn und eine Wahlmöglichkeit zwischen Freizeit und Geld für die Beschäftigten.

In den letzten Monaten haben sich die Produktionszahlen in der Metallbranche verschlechtert. Dies ist aus Sicht der Arbeitgeber ein Grund, warum die geforderten Erhöhungen als unrealistisch angesehen werden. Die Unternehmen verweisen auf einen Rückgang der Produktion von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, die 15 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018 liegt. Dennoch ist die IG Metall der Ansicht, dass die steigenden Lebenshaltungskosten keine weiteren Aufschübe zulassen.

Ausbildung im Fokus

Ein weiterer Punkt, der von der IG Metall angeprangert wird, ist die Notwendigkeit einer Erhöhung der Ausbildungsvergütungen. Steigende Lebenshaltungskosten und erschwingliche Wohnmöglichkeiten sind zentrale Themen für junge Beschäftigte, welche laut igmetall.de ein gutes Ergebnis für sich einfordern. Der Bezirksleiter der IG Metall Küste hebt hervor, dass ohne eine angemessene Regelung für Auszubildende keine Einigung erzielt werden kann. Auch bundesweite Warnstreiks, die in den nächsten Tagen stattfinden könnten, werden diskutiert, wenn sich die Verhandlungen nicht in die richtige Richtung bewegen.

Die Eckart GmbH, die sich seit über 55 Jahren auf die Herstellung von hydraulischen Schwenkmotoren und Armaturenantrieben spezialisiert hat, steht nun also vor einer entscheidenden Phase. Die Übernahme durch die börsennotierte GESCO SE im Januar 2025 könnte sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringen. Es bleibt abzuwarten, wie schnell eine Lösung gefunden wird, die für alle Beteiligten tragbar ist.