In Klein-Auheim sind die nächtlichen Waldgeräusche wieder lebendig, denn das Heulen der Tundrawölfe ist zurück! Die drei Wölfe Blanca, Sila und Anouk im Wildpark Alte Fasanerie tragen mit ihren Gesängen zur bekannten Atmosphäre bei, die den Wildpark jahrzehntelang geprägt hat. Wie vorsprung-online berichtet, ist das Wolfsheulen ein essentielles Kommunikationsmittel im Rudel – es dient nicht nur dazu, sich untereinander zu verständigen, sondern auch, um das Revier abzustecken und vor Gefahren zu warnen. Leser Michael Joest hat sogar Aufnahmen dieser beeindruckenden Szenen angefertigt und teilt diese über die Plattform „So schön ist der Main-Kinzig-Kreis“.

Fünfzehn Monate lang war es still im Gehege, nachdem die letzte Tundrawölfin des alten Rudels im Oktober 2024 starb. Die Rückkehr des Heulens gibt vielen eine Hoffnung, dass die Tradition des Wolfsheulens auch weiterhin Bestand haben kann.

Ein Event mit emotionalem Hintergrund

Die Wolfsheulnächte im Wildpark Alte Fasanerie sind nicht nur eine wunderbare Möglichkeit für Besucher, die Tiere in Aktion zu erleben, sondern auch ein Event, das viele emotionsgeladene Momente mit sich bringt. Am Montag, den 27. November, findet möglicherweise die letzte dieser Veranstaltungen statt, nachdem die Wölfe Aslan und Monja mit den Herausforderungen des Lebens konfrontiert sind. Laut fuldaerzeitung hatte der Tod des Rudelchefs Inuq im September tiefgreifende Auswirkungen auf die beiden verbleibenden Wölfe. Während Aslan seine neue Rolle als Anführer so gut es geht meistert, scheint Monja mit der Situation noch zu kämpfen. Diese emotionalen Dynamiken machen die Wolfsheulnacht in diesem Jahr besonders spannend.

Die Wildpark-Biologin Marion Ebel erklärt, dass Monja beim letzten Heulen an Halloween nicht mit Aslan heulte, und hofft, dass sich die Situation diesmal bessert. Wölfe neigen dazu, beim Heulen durch den Vollmond angeregt zu werden, aber Ebel warnt auch, dass die geringe Anzahl an Wölfen sowie deren fortgeschrittenes Alter (beide sind bereits 12,5 Jahre alt) die Frequenz des Heulens beeinflussen könnte.

Wölfe – eine Rückkehr von der Ausrottung

Ein kurzer Blick auf die Geschichte der Wölfe in Deutschland zeigt, dass sie rund 150 Jahre lang ausgerottet waren. Die ersten Wolfswelpen wurden im Jahr 2000 in der sächsischen Oberlausitz in Freiheit geboren. Die Wölfe erobern sich langsam ihre alten Lebensräume zurück, auch wenn sie in Deutschland nicht flächendeckend, sondern eher in einem Flickenteppich gesichtet werden. Wie nabu.de informiert, leben hierzulande zurzeit 219 Wolfsrudel, 43 Paare und 14 sesshafte Einzeltiere (Stand November 2025).

Die Rückkehr der Wölfe hat jedoch auch ihre Herausforderungen: Jährlich sterben viele von ihnen durch unnatürliche Ursachen wie Verkehrsunfälle oder illegale Tötungen. In bestimmten Regionen wird es nie zur Ansiedlung von Wölfen kommen, stets aufgrund von Faktoren wie einem zu geringen Wildbestand oder der Dichte an Straßen. Die Hoffnung ist, dass die Wölfe es weiterhin schaffen, neue Reviere zu erobern und ihren Platz in der Natur zurückzufinden.

Die anstehenden Wolfsheulnächte sind somit mehr als nur eine Tierbeobachtung – sie sind ein Zeichen für ein Comeback, das nicht nur emotional aufgeladen ist, sondern auch Teil der Naturgeschichte von Deutschland. Besuchen Sie trotzdem die Veranstaltung im Wildpark Alte Fasanerie, um vielleicht die letzten heulenden Wölfe in dieser Konstellation zu erleben!