In der heutigen Zeit ist die Industriepolitik nicht nur ein trockener Begriff – sie betrifft uns alle direkt. Dies wird besonders am kommenden Dienstag, dem 20. Januar 2026, in Sulzbach deutlich, wo im Schultheißensaal des Bürgerzentrums „Frankfurter Hof“ um 19.30 Uhr eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Jobs, Energie, Innovation: Industriepolitik betrifft uns alle“ stattfindet. Dabei werden die Herausforderungen und Chancen der Industriepolitik für den Main-Taunus-Kreis und Sulzbach beleuchtet.

Die Diskussionsrunde verspricht hochkarätige Teilnehmer, darunter den Fraktionsvorsitzenden der SPD im Main-Taunus-Kreis, Philipp Neuhaus, sowie Vertreter des Hessischen Wirtschaftsministeriums und der IG BCE. Moderiert wird die Veranstaltung von Matthias Jahn, dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Sulzbach. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, sich kostenlos anzumelden und aktiv an der Debatte teilzunehmen.

Protestaktion um den Erhalt von Arbeitsplätzen

Gleichzeitig zeigt die aktuelle Situation bei Continental in Schwalbach, wie wichtig industriepolitische Maßnahmen für die lokale Wirtschaft sind. Am 10. April 2024 fand dort eine Protestaktion der IG Metall statt, an der knapp 200 Beschäftigte und Gewerkschaftsvertreter teilnahmen. Die Teilnehmer waren mit Transparenten ausgestattet, die Slogans wie „Continental: hilflos – konzeptlos – respektlos“ trugen. Ihr Anliegen: Der Erhalt der Arbeitsplätze und des Standorts.

Das Unternehmen hat angekündigt, den Standort Schwalbach bis Ende 2025 zu schließen. Von 950 Mitarbeitenden sind 280 direkt betroffen, die anderen sollen nach Frankfurt-Rödelheim wechseln. In der gesamten Rhein-Main-Region sollen sogar 1200 Stellen in der Automotive-Sparte abgebaut werden. Dies hat bei den Beschäftigten, wie die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Bettina Klepsch-Bayer berichtet, für große Unsicherheit gesorgt.

Unterstützung der Stadt und der Gewerkschaft

Schwalbachs Erster Stadtrat, Thomas Milkowitsch, hat sich klar hinter die Beschäftigten gestellt und die Bedeutung von Continental für die Stadt hervorgehoben. Doch die IG Metall kritisiert die mangelnde Gesprächsbereitschaft des Managements. Trotz des Vorschlags von Betriebsratsmitgliedern hat es vonseiten der Unternehmensleitung keine Reaktionen gegeben.

Im Rahmen der Protestaktion versammelten sich auch Beschäftigte von Vitesco, die von den Umstrukturierungen ebenfalls betroffen sind. Diese Situation zeigt, wie interdependent die Unternehmenslandschaft im Rhein-Main-Gebiet ist. Die Unsicherheit der Beschäftigten ist spürbar, und die Notwendigkeit, den Dialog mit den Unternehmen zu suchen, ist dringlich. Der Mix aus politischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten macht klar: Die zukünftige Entwicklung der Industriepolitik wird für die Menschen in der Region von großer Bedeutung sein.

In einer Zeit, in der die Arbeitsplatzsicherheit auf dem Spiel steht, ist die Diskussion am 20. Januar in Sulzbach eine hervorragende Gelegenheit, die eigene Stimme zu erheben und aktiv in den Prozess mit einzuwirken. Denn eines ist klar: Industriepolitik ist kein Selbstläufer, sie braucht engagierte Bürger, Politiker und Unternehmer, die gemeinsam für eine positive Zukunft arbeiten.