Die Situation für Demenzkranke im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist herausfordernd, das zeigt die bewegende Geschichte von Waltraud Meinshausen. Die 92-Jährige lebt seit etwa zehn Jahren in einer Demenz-Wohngemeinschaft in Marburg, wo sie von ihrer Tochter Gaby Frey, die 60 Jahre alt ist, liebevoll begleitet wird. Über 4.600 Menschen im Landkreis sind an Demenz erkrankt, wie die Alzheimer-Gesellschaft berichtet.
Die Diagnose Demenz kam, nachdem Meinshausen erste Auffälligkeiten wie Vergesslichkeit und nächtliches Umherwandern zeigten. Zuvor lebte sie in einem Seniorenheim, fühlte sich dort aber nicht wohl. Im Jahr 2015 entdeckte Frey einen Artikel über eine Demenz-Wohngemeinschaft und entschloss sich, mit ihrer Mutter diese Einrichtung zu besichtigen. Im April 2016 zog Meinshausen schließlich in die WG ein. Frey beschreibt die letzten zehn Jahre als bereichernd und hat gelernt, dass man Demenzkranken auf Augenhöhe begegnen sollte. Ihre Mutter hat eine positive Einstellung und kann sich noch an ihre Kinder erinnern, was für Frey eine große Erleichterung ist.
Herausforderungen bei der Pflege
Bürokratische Hürden bei der Pflege und Diagnose waren anfangs nicht ohne. Frey erhielt jedoch Unterstützung von ihrem Bruder sowie digitalen Angeboten der Pflege- und Krankenkassen. Die Alzheimer-Gesellschaft Marburg-Biedenkopf, die seit 25 Jahren Beratungs- und Hilfsangebote bereitstellt, hat einen bedeutenden Anteil an dieser Unterstützung, indem sie Schulungen für Angehörige anbietet und den Austausch in Gesprächskreisen fördert. Ab 2024 wird eine Demenz-Box mit Informationsmaterial in Arztpraxen zur Verfügung gestellt, um die Informationslage weiter zu verbessern.
Ein ebenso spannendes Thema sind die Möglichkeiten Urlaub und Freizeit trotz der Erkrankung in den Fokus zu rücken. Besonders bei jüngeren Familien erfreuen sich familienfreundliche Aktivitäten großer Beliebtheit. In Städten wie Amsterdam gibt es etwa speziell gestaltete Kanaltouren, die nicht nur die schöne Architektur der Stadt zeigen, sondern auch für Familien mit Kindern, die oft vom langen Laufen ermüden, optimal geeignet sind. Diese Touren bieten nicht nur die Möglichkeit, die Stadt in kleiner Gruppe zu erkunden, sondern beinhalten auch Interaktionen mit den Guides und Extras wie Käseverkostungen während der Fahrt.
Fazit
Der Umgang mit Demenz erfordert Mitgefühl, Geduld und das Verständnis, dass jede Geschichte einzigartig ist. Die unterstützenden Angebote der Alzheimer-Gesellschaft und die Möglichkeit, dem Leben der Betroffenen schöne Momente zu schenken, sind dabei unersetzlich. Gleichzeitig zeigen Beispiele wie die Kanaltouren in Amsterdam, dass auch in schwierigen Lebenslagen Freude und Erholung möglich sind.





