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In Marburg stehen bedeutende Veränderungen in der Kinderbetreuung bevor. Aufgrund von gravierenden Haushaltslöchern hat die Stadtverwaltung beschlossen, die langjährige kostenlose Kindergartenbetreuung abzuschaffen. Kämmerer Dr. Thomas Spies von der SPD und Bürgermeisterin Nadine Bernshausen von den Grünen haben die Einführungen einer neuen Gebührensatzung für das kommende Jahr angekündigt. Ab dem 1. April 2026 werden Gebühren für die Betreuung in städtischen und freien Kindergärten erhoben.

Die Gebührenstruktur sieht vor, dass Eltern für eine Betreuung von 8 bis 16 Uhr künftig 60 Euro pro Monat zahlen müssen. Für eine tägliche, zehnstündige Betreuung wird der Betrag auf 120 Euro steigen. Wichtig zu erwähnen ist, dass das Land Hessen den Großteil der Betreuungszeit finanziert, während die Stadt Marburg ab der siebten Stunde zusätzlich 30 Euro pro Stunde erhebt. „Die Gebührengestaltung ist noch sehr verträglich“, betont Bürgermeisterin Bernshausen, auch wenn sie die Erhöhung bedauert.

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Gebühren für Krippen und Grundschulen

Aber das ist noch nicht alles, was auf die Familien zukommt. Ab dem Jahreswechsel 2024 werden die Gebühren für Krippenplätze um 20 bis 30 Euro steigen. In der niedrigsten Gebührenschicht erhöht sich der Betrag von 95 auf 120 Euro, während in der höchsten Schicht die Erhöhung von 175 auf 195 Euro erfolgt. Bis 2028 sind weitere Steigerungen der Gebühren auf 150 bis 260 Euro geplant, mit einer automatischen Anpassung ab 2030, die von der Jugendhilfekommission festgelegt wird.

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Zudem werden die Gebühren für die Betreuung in Grundschulen um 20 Prozent angehoben und die kostenpflichtige Ferienbetreuung auf 70 Euro pro Woche steigen. Auch die Preise für die Mittagsverpflegung werden mit 3,50 Euro pro Mahlzeit zu Buche schlagen. Die Stadt rechnet mit jährlichen Einnahmen durch die Kita-Gebühren von bis zu 1,5 Millionen Euro, ergänzt um 350.000 Euro aus erhöhten Essensgeldern.

Langfristiges Ziel: Kostenfreie Kinderbetreuung

Trotz der erhöhten Gebühren bleibt das langfristige Ziel von Bürgermeisterin Bernshausen, die Kinderbetreuung in Marburg kostenfrei zu gestalten, wenn die finanzielle Lage es zulässt. Hierbei sieht die Stadt die frühkindliche Bildung als unerlässlich an, um Familien anzusiedeln und in der Stadt zu halten. Seit dem Frühjahr sucht die Stadt nach Wegen, den Haushalt zu stabilisieren – darunter Steuer- und Gebührenerhöhungen sowie Einsparungen.

In einem anderen Kontext zeigt sich in den letzten Monaten ein dringendes Gesundheitsproblem: das Marburg-Virus. Dieses Virus führt zu einer schweren, oft tödlichen Krankheit beim Menschen, die durch die Fruit Bat Rousettus aegyptiacus übertragen wird und derzeit in verschiedenen afrikanischen Ländern wie Uganda und Tansania wieder verstärkt auftritt. Laut Berichten der WHO ist die durchschnittliche Sterblichkeitsrate bei Marburg-Viruserkrankungen bei 50%, mit Spannen zwischen 24% und 88% in früheren Ausbrüchen. Derzeit gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder antiviralen Medikamente gegen diese Krankheit.

Es sind daher wichtige Maßnahmen notwendig, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, wobei Gemeinschaftsengagement von zentraler Bedeutung ist. Dies bildet einen weiteren wichtigen Aspekt, den die Stadt Marburg in Betracht ziehen muss, um die Gesundheit der Bevölkerung zu gewährleisten.