In Marburg tut sich was in Sachen Mobilität! Das Pilotprojekt „Ein Jahr ohne Auto“, das im Juni 2024 ins Leben gerufen wurde, erfreut sich großer Beliebtheit. Die Stadt hat bereits die Obergrenze von 50 abgemeldeten Fahrzeugen, für die Bürger Gutscheine im Wert von bis zu 1.250 Euro für alternative Mobilitätsangebote erhalten sollten, innerhalb weniger Wochen erreicht. Über op-marburg.de berichtet man, dass der Erfolg des Projekts auch zur Schaffung einer Warteliste geführt hat.

Die zweite Förderrunde startete im November 2024 mit weiteren 50 Plätzen, und es sind bereits 40 Anträge eingegangen. Dies zeigt das große Interesse der Marburger Bevölkerung an alternativen Verkehrsmitteln. Erfreulicherweise haben sich Bedenken bezüglich eines möglichen Missbrauchs der Prämie bisher nicht bestätigt. Viele Teilnehmer haben ihr Auto verkauft oder abgemeldet und setzen nun auf Carsharing oder nachhaltige öffentliche Verkehrsmittel.

Die Details der Prämie

Die Prämie „Ein Jahr ohne Privatauto“ bietet eine vielversprechende Kombination von Gutscheinen. Antragsteller können zwischen folgenden Optionen wählen oder diese kombinieren:

  • Klimaboni: 50 Euro für nachhaltige Produkte in Marburg
  • Carsharing: bis zu 800 Euro
  • Marburg-Gutscheine: bis zu 400 Euro
  • Deutschland-Ticket für bis zu 12 Monate (Gegenwert 600 Euro)

Aber darauf nicht genug: VIA aus Rauschenberg bietet sogar einen 500 Euro-Gutschein für den Kauf eines Lastenfahrrads an. Das zeigt, dass die Stadt Marburg Anreize schafft, um die Nutzung von umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln zu fördern.

Ein Schritt in Richtung Mobilitätswende

Die Initiative passt perfekt in die größere Bewegung hin zur Mobilitätswende, die nicht auf Verzicht setzt, sondern alternative Verkehrsmittel und neue Konzepte ins Boot holt. Laut dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr fördert das Projekt im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND die nachhaltige Stadt- und Verkehrsplanung. In Deutschland nutzen die Menschen im Schnitt ihr Auto für fast die Hälfte ihrer Wege, was zeigt, dass hier Handlungsbedarf besteht. bmv.de hebt hervor, dass Städte Hauptakteure bei der Umsetzung dieser Wende sind, und Marburg scheint in diesem Bereich ein gutes Händchen zu haben.

Eine ausführliche Auswertung des Projekts steht jedoch noch aus. Die endgültige Analyse wird voraussichtlich im Frühjahr 2026 vorliegen, und Evaluationsbögen sollen von den Antragsstellern ausgefüllt werden. Der Erfolg der Prämie könnte der Stadtverordnetenversammlung als Argument zur Verlängerung des Projekts während der Haushaltsberatungen für 2026 dienen.

Insgesamt scheint die Prämie nicht nur den Parkdruck in Marburg zu reduzieren, sondern auch das Bewusstsein für alternative Mobilitätsangebote zu schärfen. Ein echter Gewinn für alle – die Umwelt, die Stadt und die Menschen, die hier leben!