In der hessischen Universitätsstadt Marburg tut sich etwas Politisches: Die neu gegründete Partei „Volt“ hat sich entschlossen, im kommenden Jahr bei der Kommunalwahl 2026 anzutreten. Ihr Ziel ist es, im Stadtparlament eine Fraktionsstärke mit mindestens drei Mandaten zu erreichen. Dies berichtet op-marburg.de.
Die Partei „Volt“ wurde 2018 ins Leben gerufen und beschreibt sich selbst als eine Europa-Partei mit einem klaren Fokus auf lokale Bedürfnisse. Der Spitzenkandidat Pascal Reisen führt die ambitionierten Pläne der Bewegung an. Unter ihren wesentlichen Forderungen stechen vor allem die Schaffung von mehr Wohnungen mit günstigen Mietpreisen für die arbeitende Mittelschicht sowie die Zustimmung zur Ausweisung von Bauplätzen für Ein- bis Zweifamilienhäuser hervor. Beides möchte die Partei unter Berücksichtigung des Klimaschutzes erreichen.
Jugend und digitale Verwaltung im Fokus
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Wunsch nach mehr Einfluss der Jugend auf die Stadtentwicklung. Volt plant, die Budgets entsprechend anzupassen und die Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen offensiv voranzutreiben, um Kosten im öffentlichen Dienst zu senken. „Wir haben ein gutes Händchen für die Herausforderungen der Zukunft und möchten die Stadt für alle Generationen lebenswert gestalten“, so Reisen.
Ein bemerkenswerter Teil der Verkehrspolitik der Partei zielt darauf ab, Fußgänger- und Fahrradwege baulich zu trennen, um die Sicherheit zu erhöhen und Konflikte zu reduzieren. Auch die Erreichbarkeit der Innenstadt für Autos soll verbessert werden, wobei ausreichend Stellflächen außerhalb von Parkhäusern geschaffen werden sollen. Zu diesem Zweck plant die Partei eine Reise nach Utrecht, um dort Lösungen für bestehende Verkehrsprobleme zu studieren.
Ein neuer Ansatz für Stadtentwicklung
Ein frischer Ansatz in der Stadtentwicklung zeigt sich in der Nutzung des maroden Phil-Fak-Areals. Volt schlägt vor, dieses Areal in Freizeitmöglichkeiten für die Generation U30 zu transformieren. Ob Tanzflächen, Mitmachgärten oder Co-Working-Plätze – das Spektrum ist vielfältig und soll zentrale Treffpunkte schaffen, die junge Menschen ansprechen. Dabei betont die Partei, dass pragmatisches Denken von Stadt, Universität und Land notwendig sei, um entsprechende Projekte erfolgreich umzusetzen.
Die Bewegung „Volt“ könnte sich als „Scharnier“ für neue Koalitionen mit größeren Fraktionen im Parlament anbieten. Ihre Inhalte und die Fokussierung auf Wissenschaft ähneln teilweise den Forderungen der linken Klimaliste und bürgerlichen Grünen, was für interessante politische Bündnisse in der Zukunft sorgen könnte.
Die IHK für München und Oberbayern bleibt in diesem Kontext neutral und unterstützt weder im Wahlkampf noch nach der Wahl eine Partei oder bestimmte Kandidatinnen und Kandidaten. Sie nimmt ihre Rolle als Ansprechpartnerin für wirtschaftspolitische Anliegen der Wirtschaft ernst, adressiert Forderungen an politische Entscheidungsträger unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit und führt parteiübergreifende Gespräche, wie auf ihk-muenchen.de dargestellt.
Marburg steht somit vor einem spannenden Wahljahr, in dem die neue Partei „Volt“ frischen Wind in die kommunale Politik bringen könnte.