Heute ist der 24.03.2026 und in Offenbach gibt es Neuigkeiten, die Gartenbesitzer und Naturliebhaber aufhorchen lassen sollten. Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum), eine invasive Ameisenart aus dem Mittelmeerraum, breitet sich weiter aus. Diese Ameisen sind mit den steigenden Temperaturen wieder aktiv und stellen ein ernsthaftes Problem dar, da sie keine natürlichen Fressfeinde in der Region haben. Die Stadt Offenbach hat bereits Maßnahmen zur Bekämpfung auf öffentlichen Flächen eingeleitet und bittet die Bürger, erste Sichtungen auf Privatgrundstücken unter der Telefonnummer 069/840004-545 zu melden, um einen Überblick über die Ausbreitung zu erhalten.
Die Herkunft der Großen Drüsenameise lässt sich auf den Mittelmeerraum zurückverfolgen. Einschleppungen geschehen oft über Terrassenhölzer oder Erde von mediterranen Pflanzen wie Oliven- und Feigenbäumen. Diese Ameisenart hat sich seit 2009 in Deutschland etabliert, vor allem in Siedlungsgebieten, wo sie Nester in der Nähe von Mauern, Hausfundamenten, unter Pflaster und in Blumenkästen anlegt. Ihre Fortpflanzung ist alarmierend: Eine Kolonie kann bis zu 350 Königinnen beherbergen und damit großflächige Nester bilden. Die Ameisen vermehren sich schneller als heimische Arten und meiden bereits besiedelte Flächen, was eine Bekämpfung auf Privatgrundstücken notwendig macht.
Schäden und Erkennungsmerkmale
Die Große Drüsenameise ist nicht nur ein lästiger Gast, sondern kann auch erhebliche Schäden verursachen. Sie untergräbt Gehwege, Terrassen und Hofpflaster und dringt in Gebäude ein, um nach Nahrung zu suchen. Ihre Erkennungsmerkmale sind ebenfalls auffällig: Laufwege führen oft parallel in mehreren Spuren, während heimische Arten in einer Spur hintereinander laufen. Bei Zerreiben der Ameisen zeigt sich ein stechender, chemisch beschriebener Geruch. Diese Merkmale sollten auf jeden Fall beachtet werden, um die invasive Art von heimischen Ameisen zu unterscheiden.
Ein weiteres Problem ist die Bildung von „Superkolonien“, die aus Hunderttausenden bis Millionen von Tieren bestehen. Diese riesigen Kolonien sind nicht nur schwer zu bekämpfen, sondern sie können auch den Boden unterhöhlen, was beispielsweise in Kehl zur Schließung eines Spielplatzes geführt hat. In einigen EU-Ländern ist die Große Drüsenameise heimisch, wodurch sie dort nicht als invasive Art eingestuft werden kann. In Deutschland hingegen wird sie vom Bundesamt für Naturschutz als potentiell invasive Art klassifiziert und steht auf der nationalen Beobachtungsliste.
Maßnahmen zur Bekämpfung
Die Bekämpfung der Großen Drüsenameise gestaltet sich als herausfordernd. Auf öffentlichen Flächen wird heißes Wasser eingesetzt, um die Eier in den Nestern abzutöten. Grundstückseigentümer sind aufgefordert, ebenfalls Maßnahmen zu ergreifen, da diese Ameisen sich nicht an Grundstücksgrenzen halten. Es gibt kein bekanntes Mittel zur vollständigen Bekämpfung der Ameisen, was die Situation zusätzlich kompliziert. Die Ameisen übertragen zwar keine Krankheiten, können jedoch kurzfristige Allergien auslösen.
Die Stadt Offenbach und das Bundesamt für Naturschutz appellieren eindringlich an die Bürger, aufmerksam zu sein und Meldungen über Sichtungen vorzunehmen. Nur so kann ein gemeinsames Vorgehen gegen die Ausbreitung der Großen Drüsenameise organisiert werden. Es bleibt zu hoffen, dass durch koordinierte Maßnahmen und die richtige Sensibilisierung der Bevölkerung die negativen Auswirkungen dieser invasiven Art eingedämmt werden können.
Für weitere Informationen zu diesem Thema kann der Artikel von Martin Kuhn auf op-online.de besucht werden. Ergänzende Fakten zur Großen Drüsenameise finden sich auch auf der Seite des Umweltbundesamts und auf Tagesschau.de.






