In Offenbach engagieren sich Polizeihauptkommissarin Sarah Fuhrländer und Polizeikommissar Philipp Werner aktiv für die Belange der LSBTIQ-Community. Beide sind zentrale Ansprechpersonen im Polizeipräsidium Südosthessen und bieten Unterstützung für queere Vereine, Institutionen sowie Opfer von LSBTIQ-feindlichen Straftaten. Ihre Arbeit umfasst nicht nur die Beratung von Betroffenen, sondern auch die Begleitung von Ermittlungsverfahren, die Unterstützung nicht heterosexuell lebender Mitarbeitender und die Präventionsarbeit zur Abbau von Vorurteilen. Diese Ansprechstelle ist von großer Bedeutung, da die LSBTI-Community häufig Opfer von psychischer und physischer Gewalt wird, die sich in Form von Beleidigungen, Stalking und sogar Körperverletzungen äußern kann. Besonders besorgniserregend ist, dass viele Geschädigte aus Angst vor Repressalien keine Straftaten anzeigen, was die Prävention erschwert und Tätern ermöglicht, ungehindert weiterzumachen.
Fuhrländer und Werner berichten, dass sie in sozialen Netzwerken Anfeindungen ausgesetzt sind. Dennoch sehen sie dies nicht als Hindernis, sondern als Bestätigung für die Wichtigkeit ihrer Arbeit. Philipp Werner, der seit 2019 bei der hessischen Polizei tätig ist, hat einige negative Kommentare bewusst ausgeblendet, da er Facebook nicht nutzt. Beide sind regelmäßig im Polizeidienst aktiv und nehmen ihre Rolle als Ansprechpersonen zusätzlich wahr. Ihre Präsenz bei Veranstaltungen wie dem Christopher Street Day unterstreicht die Notwendigkeit, Sichtbarkeit und Erreichbarkeit für die queere Community zu gewährleisten.
Die Aufgaben der Ansprechstelle
Zu den konkreten Einsätzen der LSBTIQ-Ansprechstelle gehören die Vermittlung bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, die Aufklärung über den Ablauf von Strafverfahren sowie die Unterstützung bei queerfeindlichen Kommentaren in sozialen Medien. Diese Aufgaben sind entscheidend, um ein sicheres Umfeld für alle Mitglieder der LSBTI-Community zu schaffen und das Vertrauen in die Polizei zu stärken. Die Ansprechstelle ist nicht nur für die Bürger von Bedeutung, sondern bietet auch interne Unterstützung für Kollegen, die im Umgang mit queeren Mitarbeitenden unsicher sind.
Zunehmende Gewalt gegen die LSBTI-Community
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2023 wurden bundesweit 17.007 Fälle von Hasskriminalität erfasst, wovon 1.785 Straftaten gegen LSBTIQ gerichtet waren – ein Anstieg im Vergleich zu 2022. Die häufigsten Formen der Gewalt gegen die LSBTI-Community sind Beleidigungen und Gewalttaten. Dies ist Teil eines besorgniserregenden Trends, der mit einer zunehmenden Gegenreaktion auf die Sichtbarkeit und Akzeptanz von LSBTIQ* in der Gesellschaft in Verbindung gebracht wird. Die Dunkelfeld-Studie „A long way to go for LGBTI equality“ zeigt, dass eine erhebliche Mehrheit der Betroffenen solche Angriffe nicht anzeigt, oft aus Angst vor weiteren Diskriminierungen.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, setzt sich das Bundesk Criminalamt (BKA) aktiv für Vielfalt, Toleranz und gegen Diskriminierung ein. Es fördert eine offene Arbeitsumgebung und hat Programme zur polizeilichen Kriminalprävention ins Leben gerufen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Sicherheit und das Wohlbefinden der LSBTI-Community zu gewährleisten.
Die Arbeit von Fuhrländer und Werner im Polizeipräsidium Südosthessen ist ein wichtiges Puzzlestück im Kampf gegen LSBT*IQ-feindliche Gewalt und Diskriminierung. Ihre Bemühungen sind nicht nur auf die Unterstützung von Opfern beschränkt, sondern zielen auch darauf ab, eine respektvolle und inklusive Gesellschaft zu fördern und Vorurteile abzubauen. In Anbetracht der steigenden Zahlen queerfeindlicher Straftaten bleibt viel zu tun, aber das Engagement dieser beiden Polizeibeamten ist ein Schritt in die richtige Richtung. Für weitere Informationen zu ihrer Arbeit und den angebotenen Dienstleistungen besuchen Sie bitte die offizielle Seite des Polizeipräsidiums Südosthessen oder die Berichterstattung über ihre Erfahrungen.