In den letzten Jahren hat sich die Situation für die LSBT*IQ-Community in Deutschland ziemlich verschärft. Immer öfter werden Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Opfer von Straftaten. Ein ehrendes Vorankommen zeigt die Polizeihauptkommissarin Sarah Fuhrländer und der Polizeikommissar Philipp Werner, die als Ansprechpersonen im Polizeipräsidium Südosthessen fungieren. Sie offerieren nicht nur Beratung und Unterstützung für Betroffene, sondern kämpfen auch gegen die Vorurteile, die täglich in sozialen Netzwerken geschürt werden. Laut op-online.de treiben Anfeindungen in sozialen Medien die beiden Polizisten an, denn sie sehen die Herausforderung als Bestätigung ihrer wichtigen Arbeit.
Philipp Werner, 25 Jahre alt, ist seit 2019 bei der hessischen Polizei und in dieser Funktion eine zentrale Vertrauensperson, nicht nur für Bürger, sondern auch für Kollegen, die im Umgang mit queeren Personen unsicher sind. „Wir sind da, um Vorurteile abzubauen und um zu zeigen, dass wir unsere Arbeit ernst nehmen,“ erklärt er. Gemeinsam mit Fuhrländer bieten sie ihre Dienste nicht nur in klassischen Polizeifällen, sondern auch in speziellen Lebenslagen an, in denen Betroffene Unterstützung brauchen. „Die Sichtbarkeit ist entscheidend“, so Fuhrländer, die zusammen mit Werner bei Veranstaltungen wie dem Christopher Street Day präsent ist.
Die Realität der LSBT*IQ-Community
Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2023 wurden 17.007 Fälle von Hasskriminalität registriert, von denen 1.785 gegen LSBTIQ* richteten. Der Anstieg von queerfeindlichen Straftaten wird als Besorgnis erregend erachtet. Laut einem Bericht des BKA entziffern sich die häufigsten Delikte als Beleidigungen, Gewalttaten sowie Bedrohungen. Besonders beunruhigend ist die Dunkelfeld-Studie, die aufzeigt, dass 96% der LSBTIQ*-Betroffenen Hate Speech und 87% körperliche oder sexuelle Übergriffe nicht zur Anzeige bringen. Gründe dafür sind oft die Angst vor Diskriminierung und die Einschätzung, dass die Vorkommnisse nicht ernst genug seien.
Wie eine Quelle aufzeigt, ist die Polizei bereit, Betroffenen zu helfen und aufzuklären, etwa über den Ablauf von Strafverfahren. Dies geht von der Beratung bei Nachbarschaftsstreitigkeiten bis hin zu Unterstützung gegen queerfeindliche Kommentare in sozialen Netzwerken. „Wir möchten ein Zeichen setzen, dass wir da sind und dass unser Anliegen ernst genommen wird“, erläutert Fuhrländer. Im Austausch mit den Betroffenen zeigt sich schnell, dass viele aus Angst vor Repressalien keine Straftaten anzeigen, was die Prävention zusätzlich erschwert.
Ein Aufruf zur Sichtbarkeit und Unterstützung
Die Arbeit von Fuhrländer und Werner ist nicht nur wichtig, sie ist überlebensnotwendig, um den stetig wachsenden Herausforderungen, denen LSBTIQ* begegnen, Herr zu werden. Um Vorurteile abzubauen, ist es unerlässlich, dass die Ansprechstelle gut sichtbar und für die Community greifbar ist. Wie das Polizeipräsidium mitteilt, gehört es auch zur Aufgabe dieser Ansprechstelle, präventive Maßnahmen zu ergreifen und sowohl bei der Polizei als auch in der Gesellschaft ein Klima der Toleranz zu fördern. Eine solide Netzwerkarbeit und Kooperationen mit vielfältigen Institutionen kommen hierbei zu Gute.
Wenn Sie selbst Unterstützung benötigen oder mehr über die Rolle des Polizeipräsidiums Südosthessen erfahren möchten, besuchen Sie die offizielle Seite der Polizei unter polizei.hessen.de. Hier finden Sie Informationen zu den Ansprechpartnern für LSBT*IQ-Angelegenheiten und eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene von Gewalt und Diskriminierung.
Gemeinsam müssen wir darauf hinwirken, dass niemand alleine gelassen wird und die Stimmen der Schwächeren gehört werden.