In Offenbach, wo das Thermometer heute über 36 Grad klettert und am Mittwoch sogar Spitzenwerte von bis zu 40 Grad prognostiziert werden, stehen die Eisdielen unter Druck. Die jüngsten Preiserhöhungen in den örtlichen Eiscafés, wie dem beliebten Gelato Italiano, spiegeln die gestiegenen Herstellungskosten wider. So kostet eine Kugel Eis dort jetzt 2 Euro, zuvor waren es noch 1,80 Euro. Francesco Collodel, der Inhaber von Gelato Italiano, macht dafür die gestiegenen Miet-, Strom- und Personalkosten sowie die erhöhten Preise für die Produktion verantwortlich, wie op-online.de berichtet.

In der Herrenstraße hat das Eiscafé Ti Amoo die Preise um 50 Cent bis 1 Euro angehoben. Mortal Ahmade, die Schwester der Inhaberin, berichtet von einem Anstieg der Milch- und Sahnepreise, die ebenfalls zu den höheren Kosten beitragen. Das handgemachte Pistazieneis kostet dort jetzt 2,40 Euro, da die Pistazien von Hand geschält werden müssen, was den Preis zusätzlich anhebt.

Teure Zutaten und Gewinne

Die allgemeine Entwicklung ist nicht nur ein Problem in Offenbach. Laut einer Analyse des Statistischen Bundesamtes sind die Preise für Eiskugeln in Deutschland in den letzten fünf Jahren um über 30% gestiegen. So variiert der Durchschnittspreis für eine Eiskugel im Frühling 2025 zwischen 1,70 und 3 Euro, abhängig von der Region und der Ausstattung der Eisdieler. Während in Innenstädten oft bis zu 3 Euro bezahlt werden muss, kann man in weniger frequentierten Lagen auch für einen Preis ab 1,70 Euro fündig werden, wie tagesschau.de zeigt.

Auch in bestimmten Touristenmetropolen ist eine Kugel Eis teuer: Hier kann die Rechnung schnell bis zu 3 Euro betragen. Die Gründe dafür sind vielfältig: die Kosten für Zutaten wie Milch, Schokolade und Obst sowie die Personalkosten, die durch Mindestlohn und Tarifverträge gestiegen sind. Die Preise für Kakaobohnen beispielsweise haben sich zwischen Januar 2024 und Januar 2025 mehr als verdoppelt. Auch der Kakao, eine zentrale Zutat für viele Eissorten, ist stark im Preis gestiegen.

Die Zukunft des Eises

Der Dachverband der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland sieht die Diskussion über die Preiserhöhungen oft als unverhältnismäßig an. Dennoch ist klar, dass viele Eisdielen, wie die Eisdiele Unbehaun in Düsseldorf, seit 120 Jahren hausgemachtes Eis anbieten und dies dabei nur die absoluten Grundsorten anbieten, um die Kosten niedrig zu halten. Einkaufspreise und Produktionskosten steigen stetig und es wird deutlich, dass viele Eisdielen gezwungen sind, ihre Preise an die Erfordernisse des Marktes anzupassen.

Die Preiserhöhungen sind also unausweichlich, wenn man die Balance zwischen Qualität und Wirtschaftlichkeit wahren möchte. Die Grenzen des Konsumverhaltens der Eiskäufer werden durch die aktuellen Entwicklungen auf eine harte Probe gestellt. Die Verbraucher müssen sich an die höheren Preise gewöhnen, möchten sie auch in Zukunft die süßen Erfrischungen in der warmen Jahreszeit genießen. Eine Umfrage unter Eisdielen ergab einen umfassenden Preisspread, wo durchschnittlich 1,81 Euro für eine Kugel Eis aufgerufen werden (ZDF Heute). Ein grundlegend neues Preisgefüge, das wohl für die kommenden Jahre bleibt.