In Gelnhausen, Hessen, gibt es besorgniserregende Neuigkeiten aus dem Barbarossa-Freibad. Am 22. Juni 2023 sind dort mehrere minderjährige Mädchen Opfer mutmaßlicher sexueller Belästigung geworden. Die Vorfälle betreffen insgesamt acht junge Mädchen im Alter von 11 bis 16 Jahren, die von einer Gruppe syrischer Männer im Alter zwischen 18 und 28 Jahren belästigt wurden. Dies berichtet Welt.
Der Gelnhausener Bürgermeister Christian Litzinger (CDU) sieht sich für seinen Umgang mit diesen Vorfällen harscher Kritik ausgesetzt. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorfälle äußerte Litzinger, die „hohen Temperaturen“ und „blanken Gemüter“ seien ausschlaggebend gewesen. Diese Äußerung sorgt für Unmut, besonders bei Kolja Saß von der FDP, der dem Bürgermeister Verharmlosung sexueller Straftaten vorwirft. Frühere Warnungen zur Gefahrenlage wurden ignoriert, was die Sorge um die Sicherheit der Badegäste zusätzlich verstärkt hat.
Kritik und Konsequenzen
Die Ereignisse haben nicht nur die Gemüter erhitzt, sondern auch zu einem erheblichen politischen Aufschrei geführt. Saß hob hervor, dass seine Fraktion bereits im Dezember 2022 einen Antrag zur Stärkung der Zivilcourage und zur Verbesserung des Sicherheitskonzepts in Bädern eingebracht hatte, der vom Bürgermeister jedoch als populistisch abgelehnt wurde. Nun wird von vielen ein schnelles Handeln und eine klare Stellungnahme seitens der Stadtverwaltung gefordert.
Die Staatsanwaltschaft Hanau hat die Ermittlungen übernommen, die zudem durch die Bestätigung des Polizeisprechers, dass die Akte bei der Staatsanwaltschaft eingegangen sei, unterstützt werden. Das Gelnhausener Schwimmbad-Personal wurde aktiv und informierte sofort, als die Mädchen von den Männern belästigt wurden. Es folgten ein Hausverbot für die Tatverdächtigen und eine intensivere Polizeipräsenz im Freibad.
Blick über die Grenzen Gelnhausens
Diese Vorfälle sind nicht die ersten ihrer Art in hessischen Schwimmbädern. Laut einem Bericht des Landeskriminalamts (LKA) gab es im Jahr 2024 insgesamt 74 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in Schwimmbädern. Auch die Aufklärungsquote liegt hier bei bemerkenswerten 82 %. Um diese Problematik wirksam angehen zu können, wird von Seiten des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister (BDS) auf den akuten Personalmangel hingewiesen, der eine adäquate Betreuung von Badegästen erschwert.
Für die betroffenen Mädchen wurde bereits eine Vernehmung durch die Polizei angesetzt. Auch die Familien der tatverdächtigen Männer, die allesamt aus einer Familie stammen und im Main-Kinzig-Kreis leben, stehen nun im Fokus der Ermittlungen. Landrat Thorsten Stolz (SPD) fordert eine Rückführung der Tatverdächtigen, wenn sich die Vorwürfe bestätigen. Gleichzeitig ist es wichtig, vor einer pauschalen Diskreditierung von Menschen mit Migrationshintergrund zu warnen, wie von verschiedenen Seiten betont wird.
Insgesamt zeigt sich, dass die Thematik der sexuellen Belästigung in Schwimmbädern einen ernsthaften Handlungsbedarf aufzeigt. Diese Vorfälle in Gelnhausen sind ein Alarmzeichen für die Gesellschaft, aber auch für die Kommunalpolitik, die gefordert ist, diese Probleme mit Entschlossenheit anzugehen. Auch in anderen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz wurde 2022 eine ähnliche Problematik verfolgt, wo 19 Fälle sexueller Belästigung in Schwimmbädern registriert wurden, wie Zeit berichtet.