In Hessen sind die Nahverkehrsunternehmen am Freitag und Samstag in einen Warnstreik getreten, der 5.200 Beschäftigte in Städten wie Frankfurt, Wiesbaden, Gießen, Marburg, Offenbach und Kassel betrifft. In Frankfurt stehen alle neun U-Bahn-Linien sowie zehn Straßenbahnlinien still, während S-Bahnen und Regionalzüge voraussichtlich fahren. Der Streik beginnt ab Betriebsbeginn am Freitag und endet am Samstag bzw. in der Nacht auf Sonntag. Ein Ersatzverkehr für die U-Bahn-Linie 2 zwischen Nieder-Eschbach und Bad Homburg-Gonzenheim wurde eingerichtet. In Wiesbaden sind die Busse der ESWE Verkehrsgesellschaft betroffen, wobei einige Linien, wie die Linien 5, 28, 39 und 46, weiterhin verkehren, jedoch mit möglichen Fahrplanabweichungen. Offenbach wird nur am Freitag bestreikt, während im Kreis Groß-Gerau die Linien 54, 56, 58 und 60 der Mainzer Mobilität betroffen sind, während die übrigen Busse regulär fahren (T-Online).
Der aktuelle Warnstreik ist der sechste seiner Art seit Anfang Februar und betrifft bundesweit rund 100.000 Beschäftigte in etwa 150 Verkehrsunternehmen. Die Gewerkschaft Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen, darunter kürzere Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Während in einigen Bundesländern auch Lohnfragen auf der Agenda stehen, berichtet Verdi von stagnierenden Gesprächen, und der Zeitpunkt für mögliche Tarifeinigungen bleibt unklar. Ein weiteres Gespräch ist für den 16. März angesetzt, bis dahin sind keine weiteren Streiks geplant (Tagesschau).
Auswirkungen des Streiks
Die Auswirkungen des Streiks sind in Hessen deutlich spürbar. In Kassel beispielsweise bleiben die Bahnen und Busse der Linien 1 bis 29 stehen, während einige Buslinien im Umland ebenfalls betroffen sind. Die RegioTrams fahren nur zwischen bestimmten Orten, während die Buslinien ab Nummer 30 planmäßig verkehren. In Marburg und Gießen wird hingegen mit geringen Auswirkungen gerechnet, da nur wenige Ausfälle zu erwarten sind. Offenbach war am Freitag betroffen, ist jedoch am Samstag nicht mehr betroffen (ZDF).
Die bundesweiten Warnstreiks haben auch in anderen Bundesländern für Verkehrsbehinderungen gesorgt. In Bayern kam es zu Streiks in 13 Städten, darunter München und Nürnberg. In Berlin und Brandenburg blieb der Nahverkehr weitgehend still, während in Hamburg die Hochbahn und VHH bis Sonntagmorgen streiken. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden umfangreiche Streiks gemeldet, die den öffentlichen Nahverkehr erheblich beeinträchtigen (ZDF).