Die Gewerkschaft Verdi hat in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr aufgerufen. Diese Maßnahme betrifft rund 100.000 Beschäftigte in etwa 150 kommunalen Verkehrsunternehmen. Die Warnstreiks sind ein Ausdruck des Unmuts über die laufenden Tarifverhandlungen, bei denen es um bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Wochenarbeitszeiten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit geht. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Städten, in denen die Streiks bereits begonnen haben oder für die kommenden Tage geplant sind. Die Hintergründe sind vielschichtig und spiegeln die Herausforderungen wider, mit denen die Beschäftigten im Nahverkehr konfrontiert sind. [Source 1]
In Hessen beispielsweise sind bereits heute Warnstreiks in Frankfurt am Main, Wiesbaden, Marburg und Gießen betroffen. Am Freitag sind ganztägige Arbeitsniederlegungen in diesen Städten sowie in Offenbach und Kassel geplant. Auch in Nordrhein-Westfalen sind für Freitag und Samstag rund 30 kommunale Verkehrsunternehmen mit etwa 30.000 Beschäftigten zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffene Städte in NRW umfassen Bonn, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Dortmund, Hagen und Bielefeld. In Berlin werden am Freitag und Samstag bei den Berliner Verkehrsbetrieben für 48 Stunden keine Busse, Trams und U-Bahnen fahren. [Source 2]
Details zu den Streiks
In Bremen kommt der Nahverkehr am Freitag und Samstag zum Erliegen; alle Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG stehen still. Für Fußballfans, die das Spiel Werder gegen Hoffenheim besuchen möchten, gibt es jedoch eine Alternative: Überlandbusse aus den umliegenden Landkreisen können genutzt werden. In Niedersachsen gilt eine Friedenspflicht, sodass Busse und Bahnen nach Plan fahren. In Schleswig-Holstein werden am Freitag Verkehrsbetriebe in Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg bestreikt.
In Sachsen wird der kommunale Nahverkehr in Städten wie Dresden, Chemnitz, Zwickau und Plauen bestreikt, während die Leipziger Verkehrsbetriebe ebenfalls betroffen sind. In Sachsen-Anhalt werden die Verkehrsbetriebe in Magdeburg von Donnerstag bis Samstag bestreikt, in Halle von Freitag bis Sonntag und in Dessau von Freitag bis Samstag. Thüringen sieht die EVAG in Erfurt, den Nahverkehr in Jena sowie Regionalbusse in mehreren Landkreisen betroffen.
Hintergründe und Forderungen
Die Streiks sind Teil eines größeren Kontexts, in dem die Gewerkschaft Verdi für die rund 100.000 Beschäftigten in den Verkehrsunternehmen fordert, dass die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Dazu zählen insbesondere eine Reduzierung der maximalen täglichen Schichtlänge auf 12 Stunden, eine Wendezeit von mindestens 6 Minuten und eine Erhöhung der Mindestruhezeit auf 11 Stunden. Christine Behle, die stellvertretende Vorsitzende von Verdi, hat wiederholt Kritik an den schleppenden Verhandlungen geäußert und betont, dass die Arbeitgeber nicht ausreichend auf die Forderungen eingehen. [Source 3]
Die laufenden Tarifverhandlungen sind entscheidend für die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs in Deutschland. Ein erster bundesweiter Streiktag am 2. Februar 2026 führte in über 100 Unternehmen zu einem vollständigen Erliegen des Verkehrs. Ähnliche Auswirkungen werden für die kommenden Streiktage am 27. und 28. Februar erwartet. Die Situation bleibt angespannt, und die Entscheidungen über mögliche Streikaufrufe in Hamburg und Baden-Württemberg stehen noch aus.