Pflegeheime in Hessen: Eigenanteil steigt alarmierend auf 3.229 Euro!

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Eigenanteil für Pflegeheimplätze in Hessen steigt. Aktuelle Kosten, regionale Unterschiede und Forderungen nach Reformen im Überblick.

Eigenanteil für Pflegeheimplätze in Hessen steigt. Aktuelle Kosten, regionale Unterschiede und Forderungen nach Reformen im Überblick.
Eigenanteil für Pflegeheimplätze in Hessen steigt. Aktuelle Kosten, regionale Unterschiede und Forderungen nach Reformen im Überblick.

Pflegeheime in Hessen: Eigenanteil steigt alarmierend auf 3.229 Euro!

Die Pflegebedürftigkeit ist kein einfaches Thema. In Hessen steigt der selbst zu tragende Anteil für Pflegeheimbewohner und hat so manch einem den Schweiß auf die Stirn getrieben. Laut einem Bericht von Welt betrug der durchschnittliche monatliche Eigenanteil im ersten Jahr ab dem 1. Januar 2023 bereits 3.229 Euro. Das sind 203 Euro mehr als im Juli 2022 und satte 279 Euro zusätzlich im Vergleich zu Beginn des Jahres 2025. Diese Kosten beinhalten nicht nur die Pflege und Betreuung, sondern auch Unterkunft, Verpflegung, Investitionen in die Einrichtungen sowie die Ausbildungskosten.

Die bundesweiten Durchschnittskosten zeigen, dass Hessen mit seinem Betrag nahe am Marktdurchschnitt von 3.245 Euro pro Monat liegt. Regional gibt es jedoch erhebliche Unterschiede: In Bremen müssen die Bewohner teilweise 3.637 Euro pro Monat zahlen, während man in Sachsen-Anhalt nur 2.720 Euro zahlen muss. Diese regionalen Schwankungen können die Entscheidung für oder gegen ein Pflegeheim stark beeinflussen.

Regionale Unterschiede und Veränderungen

Laut ZDF heute bestehen starke regionale Unterschiede, die durch Faktoren wie Miet- und Personalkosten, sowie die allgemeine wirtschaftliche Lage geprägt sind. So können in Orten wie Hirschhorn am Neckar die Eigenanteile über 2.700 Euro liegen, während nur 19 Kilometer entfernte Orte wie Schönbrunn bereits über 3.200 Euro verlangen. Diese Diskrepanz illustriert eindrucksvoll das Stadt-Land- und West-Ost-Gefälle, das sich auch in den Pflegekosten widerspiegelt.

Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes hat kürzlich gefordert, den Eigenanteil zu deckeln, um die Pflegekosten nicht zur Armutsfalle werden zu lassen. Allein in Deutschland sind über 5,5 Millionen Menschen pflegebedürftig, und die monatlichen Heimkosten sind bereits auf über 3.000 Euro gestiegen. Gerade bei der Wahl eines Pflegeheims spielen emotionale und organisatorische Faktoren oft eine größere Rolle als die Kosten.

Kostenstruktur und Förderung

Die monatlichen Eigenanteile für die vollstationäre Pflege sind über die letzten Jahre hinweg gestiegen und variieren stark zwischen 2.300 und 4.100 Euro, je nach Region. Das NRWZ erläutert, dass die Eigenanteile sich aus pflegebedingten Kosten, Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten zusammensetzen. Ab dem vierten Jahr kann der Eigenanteil in Hessen auf durchschnittlich 2.011 Euro sinken, was 45 Euro weniger als der bundesweite Durchschnitt ist. Im ersten Jahr hingegen müssen Bewohner oft mit deutlich höheren Belastungen rechnen.

Die Pflegeversicherung bietet nur feste Zuschüsse, doch bleibt der Eigenanteil bestehen. Eine frühzeitige Beratung über die Pflegekassen ist besonders wichtig, um alle Optionen und Unterstützungsmöglichkeiten zu nutzen. Darüber hinaus müssen Angehörige erst für die Kosten aufkommen, wenn ihr Einkommen über 100.000 Euro jährlich liegt, gemäß dem Angehörigen-Entlastungsgesetz.

Abschließend lässt sich sagen, dass die steigenden Eigenanteile für Pflegeheime eine wachsende Herausforderung darstellen, die eine gesamtgesellschaftliche Lösung bedarf. Die Politik ist gefordert, strukturelle Reformen zu initiieren, um die finanziellen Belastungen für die Betroffenen und ihre Familien zu mindern. Es ist ein dringendes Anliegen, das angepackt werden muss, um die Pflege für alle zugänglich und bezahlbar zu halten.