In einer bewegenden Geste der Erinnerung beteiligte sich der DRK-Kreisverband Schwalm-Eder am diesjährigen Solferino-Fackellauf, der an die historische Schlacht von Solferino im Jahr 1859 und die Gründung der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung erinnert. Dies berichtet WLZ-online.
Die berühmte Schlacht fand am 24. Juni 1859 im Rahmen des Sardinischen Krieges zwischen den Truppen Österreichs und Piemont-Sardinien statt. Über 6000 Soldaten ließ die Auseinandersetzung tot zurück, während etwa 40.000 Verwundete auf Hilfe warteten. Henry Dunant, ein damals 32-jähriger Unternehmer, wurde Zeuge des Grauens und organisierte in der Folge Hilfsmaßnahmen für die verletzten Soldaten. Sein Engagement führte später zur Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, einer Initiative, die ihren Ursprung in der leidvollen Erfahrung dieser Schlacht findet.
Ein fesselnder Fackellauf
Der Fackellauf, der mittlerweile eine mehr als 30-jährige Tradition pflegt, wurde in diesem Jahr vom DRK-Kreisverband Schwalm-Eder in Marburg übernommen. Die Fackel, die von Oberin Christiane Kempf feierlich übergeben wurde, machte ihre erste Station im Jugendrotkreuz in Schrecksbach. Hier warteten schon die ersten begeisterten Mitglieder des DRK auf den feierlichen Augenblick.
Von Schrecksbach aus ging es weiter zum DRK-Seniorenzentrum in Ziegenhain, wo Heimbewohner und engagiertes Pflegepersonal der Fackel entgegenfieberten. Anwesend waren auch prominente Vertreter wie Norbert Södler, der Präsident des DRK-Landesverbandes Hessen, sowie Angela King, die stellvertretende DRK-Kreisgeschäftsführerin. Das Ziel dieser Tradition ist die Gemeinde Solferino in der italienischen Provinz Mantua, wo der Fackellauf seinen krönenden Abschluss findet.
Ein Blick in die Geschichte
Die Erinnerungen an die Schlacht von Solferino sind nicht nur wichtig für die Geschichte des Roten Kreuzes, sondern erzählen auch von der Menschlichkeit, die in Krisenzeiten geboren wird. Henry Dunant verfasste drei Jahre nach den schrecklichen Ereignissen das Buch „Eine Erinnerung an Solferino“, welches die Gräuel des Krieges sowie die Missstände der Sanitätsdienste anprangerte. Seine Vorschläge zur Gründung freiwilliger Hilfsgesellschaften fanden große Beachtung und führten zur formellen Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz.
Der Fackellauf ist somit ein bedeutendes Ereignis, das nicht nur an die Schrecken des Krieges erinnert, sondern auch die zentrale Botschaft des Roten Kreuzes verbreitet: Hilfe leisten, wo immer es nötig ist. Die Veranstaltung zieht Tausende von Rotkreuzhelfern aus ganz Europa an, verbunden durch die gemeinsame Verantwortung und den Willen, die humanitären Werte hochzuhalten. Genau diese Werte sind es, die in der Gegenwart mehr denn je gefragt sind.
Für viele Teilnehmer ist der Lauf nicht nur ein sportliches Event, sondern ein emotionaler Akt, der historische Bedeutung hat. Die Streckenführung, die von Solferino nach Castiglione führt, ist gespickt mit Erinnerungen an die Vergangenheit und bietet zudem einen malerischen Blick auf die wunderschöne alpine und mediterrane Landschaft dieser Region. Auch die Erreichbarkeit für Interessierte ist gegeben: Von Desenzano del Garda aus können Besucher die Umgebung erkunden, die reich an Geschichte und beeindruckenden Sehenswürdigkeiten ist, wie beispielsweise das römische Amphitheater in Verona.
Das zweite große Element des Fackellaufs ist die Stärkung des Gemeinschaftssinns. So lernen die Teilnehmer nicht nur etwas über die Geschichte des Roten Kreuzes, sondern auch über die Bedeutung der humanitären Arbeit in der heutigen Zeit. Eine Zeit, in der die Grundsätze von Nächstenliebe und Solidarität mehr denn je benötigt werden.
Die Rotkreuzbewegung blickt damit auf eine lange Tradition zurück, die in Solferino ihren Anfang nahm und bis heute fortgeführt wird – ein Zeichen dafür, dass in der Dunkelheit stets ein Licht leuchtet, wenn Menschen zusammenstehen und sich gegenseitig unterstützen. Die emotionale Verbindung, die durch den Fackellauf entsteht, zeigt, dass die Werte des Roten Kreuzes zeitlos sind und auch in schwierigen Zeiten wichtig bleiben.