Im Schwalm-Eder-Kreis sorgt die Müllentsorgung seit Anfang 2023 für Aufregung. Vielerorts blieben die Mülltonnen über Wochen ungeleert, sehr zur Verärgerung der Bürger. Der neue Anbieter Prezero fand sich schnell in der Kritik, wurde jedoch aktiv, um die Situation zu verbessern. Dr. Zulauf, der Chef der Zweckabfallwirtschaft Schwalm-Eder-Kreis, berichtet von einer spürbaren Verbesserung der Lage. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und dem Verhängen von Vertragsstrafen scheint sich die Situation allmählich zu entspannen, auch wenn kleinere Probleme insbesondere in abgelegenen Dörfern weiterhin bestehen bleiben und gelegentlich eine Tonne ungeleert bleibt.

Die Ursachen für die anfänglichen Schwierigkeiten laugen teilweise in personellen Engpässen und neuen, ortsunkundigen Fahrern. Boris Ziegler, Leiter der Unternehmenskommunikation von Prezero, hat sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt und die Herausforderungen erläutert. Ein Wechsel in ein neues Sammelgebiet und winterliche Wetterbedingungen mit verschneiten Straßen trugen zu den Verzögerungen bei. Ziegler betonte, dass das Auftreten von Reibungsverlusten in den ersten Wochen nicht unüblich sei. Um die6 Situation zu entschärfen, mobilisierte Prezero im Januar zusätzliche Mitarbeiter sowie Sammelfahrzeuge aus benachbarten Standorten, um ausgefallene Touren nachzuholen.

Herausforderungen meistern

Die kommenden Wochen sind entscheidend. Prezeros Vertrag mit dem Schwalm-Eder-Kreis läuft nur ein Jahr, und es steht bereits eine europaweite Ausschreibung für die Müllentsorgung an, mit einer Entscheidung über den neuen Anbieter, die bis Anfang Juli 2025 getroffen werden soll. Der derzeitige Landrat Winfried Becker sowie die Bürgermeister vor Ort üben Druck auf Prezero aus, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Im schlimmsten Fall könnte es beim neuen Anbieter zu Startschwierigkeiten kommen, was die Kommunen mit Sorge betrachtet haben.

Doch die Hoffnung bleibt: Bürgermeister Luca Fritsch äußerte sich optimistisch in Bezug auf die Rückkehr zum regulären Betrieb. Geplant ist, dass die Müllabholung bei weiteren Verzögerungen am schnellsten innerhalb von zwei Tagen nachgeholt wird. Dies könnte für viele Haushalte eine Entlastung darstellen.

Rechtliche Aspekte der Müllentsorgung

Ein weiteres wichtiges Thema bleibt die illegale Müllentsorgung, die mit schwerwiegenden strafrechtlichen Konsequenzen verbunden ist. Außenstehende Abfalllagerung oder -entsorgung ist strafbar und kann sogar zu Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren führen, wenn gefährliche Abfälle betroffen sind. Auch für „harmlosen“ Müll wie Bauschutt oder Elektrogeräte drohen hohe Bußgelder. Die Einwohner sind daher gut beraten, sich über die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu informieren und im Zweifelsfall rechtlichen Rat einzuholen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Prezero die Herausforderungen meistern kann und eine zuverlässige Müllentsorgung im Schwalm-Eder-Kreis aufbauen kann. Die Berichte über Fortschritte sind ermutigend, aber noch bleibt viel zu tun.

Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Schwalm-Eder-Kreis, können Sie die umfassenden Berichte auf FFH und HNA nachlesen. Für rechtliche Fragen zur Müllentsorgung empfiehlt sich ein Blick auf anwalt.de.