Skulpturen mit Botschaft: Walldorfs Ausstellung Lagerleichen in Frankfurt!

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Marcel Walldorf zeigt bis 15. Juli in Frankfurt seine Ausstellung "Lagerleichen" mit innovativen Skulpturen und Installationen.

Marcel Walldorf zeigt bis 15. Juli in Frankfurt seine Ausstellung "Lagerleichen" mit innovativen Skulpturen und Installationen.
Marcel Walldorf zeigt bis 15. Juli in Frankfurt seine Ausstellung "Lagerleichen" mit innovativen Skulpturen und Installationen.

Skulpturen mit Botschaft: Walldorfs Ausstellung Lagerleichen in Frankfurt!

In Frankfurt-Bockenheim ist die Ausstellung „Lagerleichen“ des Bildhauers Marcel Walldorf gestartet, welche am 5. Juli 2025 die Türen öffnete und bis zum 15. Juli 2025 läuft. Diese Retrospektive zeigt Werke, die aus 16 Jahren schöpferischer Arbeit stammen und stellt zarte und humorvolle Skulpturen in den Vordergrund, die vom Fachpublikum gelobt, jedoch nicht verkauft wurden. Walldorf präsentiert Überbleibsel aus gleich vier Lagerräumen, die verschiedene Formen von Kunstwerken umfassen, darunter dekconstruierte Katzenkratzbäume, Gips-Schwangerschaftsbäuche und lebensgroße Pferde. Es ist eine Belohnung für all jene, die ein Gespür für die gesellschaftskritischen Elemente seiner Schaffenskunst haben.

Die Ausstellung, die vom Ateliergemeinschaft und Veranstaltungsraum Mars in der Ginnheimer Landstraße 35 organisiert wird, öffnet an den Tagen 5. und 8. Juli jeweils von 15 bis 20 Uhr ihre Tore. Des Weiteren können Kunstinteressierte Besuche nach Vereinbarung unter marsfrankfurt@gmx.de einrichten.

Einsichten in den Kunstbetrieb

Walldorf beschreibt seine Kunst als unprätentiös und humorvoll, wobei er gesamtgesellschaftliche Normen und Rollen kritisch hinterfragt. Berühmt wurde er durch seine Skulptur „Pinkelnde Petra“, die im Jahr 2019 für stolze 9.000 Euro verkauft wurde. Der Künstler schätzt den Materialwert seiner nicht verkauften Werke auf beeindruckende 50.000 bis 60.000 Euro. Solche Größendimensionen bringen allerdings auch Herausforderungen mit sich: Hohe Transport- und Lagerungskosten machen es für viele Bildhauer schwer, im Kunstbetrieb Fuß zu fassen. Walldorf ist sich dieser Schwierigkeiten bewusst und zeigt dies auch in seiner Arbeit.

„Lagerleichen“ thematisiert somit nicht nur die visuelle Fantasie, sondern auch die Herausforderungen, vor denen Künstler heute stehen. Der Kunstmarkt hat oft eine große Vorliebe für flache Werke, während Walldorfs Skulpturen in der dreidimensionalen Dimension und oft als sperrig erlebt werden.

Kunstmarkt im Wandel

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen verdeutlicht die Schwierigkeiten, mit denen der Kunstsektor konfrontiert ist. Der Kunstmarkt in Deutschland hat im Jahr 2022 einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro erzielt, was im Vergleich zu den gigantischen 57 Milliarden Euro der Software- und Games-Industrie doch eher bescheiden wirkt. Walldorf selbst hat es als „hoch im Kurs“ analysiert, aber das Selbstmarketing und die Fairness in der Vermarktung müssen noch hinterfragt werden, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Einen Einblick in diesen spannenden und oft komplizierten Markt bietet die Ausstellung „Lagerleichen“, die sich nicht nur mit der Schönheit der Kunst beschäftigt, sondern auch kritisch auf die tatsächlichen Wertigkeiten und Herausforderungen für Künstler hinweist. Vor der Ausstellungseröffnung war Walldorf damit beschäftigt, kleinere Schäden an seinen Skulpturen zu reparieren – eine ständige Aufgabe für einen Bildhauer, der mit seinen Werken einen Dialog mit der Gesellschaft anstrebt.