Steigende Gewalt gegen Obdachlose: Marburgs SOS-Appell wird lauter!

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Zunahme der Gewalt gegen Obdachlose in Hessen: Polizei und Sozialarbeiter warnen vor wachsender Verrohung und fordern mehr Schutz.

Zunahme der Gewalt gegen Obdachlose in Hessen: Polizei und Sozialarbeiter warnen vor wachsender Verrohung und fordern mehr Schutz.
Zunahme der Gewalt gegen Obdachlose in Hessen: Polizei und Sozialarbeiter warnen vor wachsender Verrohung und fordern mehr Schutz.

Steigende Gewalt gegen Obdachlose: Marburgs SOS-Appell wird lauter!

Die Situation für Obdachlose in Deutschland wird zunehmend besorgniserregend. Immer mehr Menschen, die auf der Straße leben, sind nicht nur von extremer Armut betroffen, sondern auch Opfer von Gewalt. Aktuelle Berichte zeigen einen alarmierenden Anstieg von Übergriffen auf Obdachlose. Laut der Polizei in Marburg nimmt die Verrohung der Gesellschaft zu, was sich in einer steigenden Anzahl von Attacken auf diese vulnerablen Gruppen widerspiegelt. Tagesschau erwähnt dabei besonders aggressive Vorfälle, wie den Angriff auf den 33-jährigen Nick, der mit Böllern beworfen wurde.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während 2015 noch 53 Angriffe auf Obdachlose verzeichnet wurden, stieg die Zahl bis 2022 auf 116. Bis Mai 2025 befinden sich die Zahlen bereits im mittleren zweistelligen Bereich. „Ich fühle mich nicht mehr sicher“, berichtet Nick, der seine Tage in der Tagesaufenthaltsstätte des Diakonischen Werks verbringt und manchmal gar gezwungen ist, sich zu bewaffnen. In Marburg sind die Zelte von Obdachlosen häufig Ziel von Vandalismus; vieles wird beschädigt oder gestohlen. Die Anlaufstellen fordern mehr Wachsamkeit und Unterstützung durch die Bevölkerung.

Rufe nach mehr Schutz

Die wachsende Gewalt gegen Obdachlose ist kein Einzelfall. Auch auf bundesweiter Ebene autorisiert das Bundesinnenministerium einen besorgniserregenden Trend. Im Jahr 2022 wurden 2.122 Straftaten gegen Menschen mit dem „Opfermerkmal Obdachlosigkeit“ registriert, ein deutliches Plus im Vergleich zu den 1.560 Fällen im Jahr 2018. Diese Entwicklung lässt aufhorchen und zeigt, dass die Gesellschaft nicht nur mit der Berücksichtigung der Obdachlosen, sondern auch mit dem Schutz dieser Gruppe konfrontiert ist. Die Zeit berichtet, dass Susanne Hennig-Wellsow, Bundestagsabgeordnete, mehr Schutz für diese Menschen einfordert.

Der Anstieg der Mietpreise in vielen Städten ist einer der Hauptgründe für den Verlust von Wohnraum. Im Jahr 2023 betrug der Anteil der Wohnkosten an den verfügbaren Einkommen bereits über ein Viertel, bei armutsgefährdeten Haushalten sogar fast die Hälfte. Statista zeigt auf, dass Anfang 2024 rund 532.000 wohnungslose Menschen in Deutschland lebten, darunter circa 47.300 Obdachlose. Über 65 Prozent von ihnen hatten zum Zeitpunkt der Erhebung länger als ein Jahr keinen festen Wohnsitz.

Traumatisierte Lebensrealitäten

Die Bewohner der Straße leben oft in ständiger Gefahr und werden Zeugen von Gewalt. Viele haben traumatische Erfahrungen gemacht und leiden an psychischen und physischen Krankheiten, einschließlich Suchtproblemen. Es gibt jedoch auch eine Kehrseite: Während einige Städter versuchen, Obdachlosen zu helfen, gibt es ebenso Stimmen, die

Bettelverbote fordern. Diese ambivalente Haltung macht die Situation für Betroffene nicht leichter und führt dazu, dass viele sich im Stillen mit ihrem Schicksal arrangieren.

Wie Jens Schneider, Sozialarbeiter in Marburg, betont, haben viele Obdachlose Angst, Anzeige zu erstatten, selbst wenn sie Opfer eines Verbrechens wurden. „Die Angst vor weiteren Übergriffen hält sie davon ab, sich um Gerechtigkeit zu bemühen“, sagt er. Die Stadtverwaltung von Marburg bemüht sich, durch verstärkte Polizeipräsenz und Sensibilisierung des Ordnungsamtes, den Druck auf diese angespannte Situation zu verringern. Es bleibt zu hoffen, dass solche Maßnahmen helfen werden und dass die Gesellschaft nicht weitermacht, als wäre es ein alltägliches Phänomen, dass Menschen auf der Straße leben und dabei oft schikaniert werden.