Die alte Grundschule in der Friedrichstraße 7 in Homberg, die seit vielen Jahren ein Diskussionsthema ist, steht erneut im Mittelpunkt der politischen Agenda. Wie die Oberhessische Zeitung berichtet, wird am 27. November 2025 ein Akteneinsichtsausschuss im Vogelsbergkreis zusammentreten, um die Einhaltung aller Vorschriften im geplanten Abrissprozess zu überprüfen. Dieser Schritt ist Ausdruck zunehmender Bedenken innerhalb der Bevölkerung, nachdem die Pläne für den Abriss immer weiter vorangetrieben wurden.

Der Ausschuss wird um 17 Uhr im Landratsamt öffentlich seine Arbeit aufnehmen. Die Initiative zur Bildung dieses Ausschusses stammt von der gemeinsamen Fraktion der Linken und der Klimaliste, die sich für eine transparente Überprüfung der Unterlagen zur Abrissgenehmigung einsetzen. In der letzten Sitzung des Kreistages wurden neben dem Etatentwurf für 2026 auch die kontroversen Pläne für den Abriss besprochen, wobei CDU und SPD vorschlugen, den Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss mit dieser Aufgabe zu betrauen, um den Prozess zu beschleunigen.

Bedenken und Bürgerinteresse

Barbara Schlemmer von den Homberger Linken äußerte in der Sitzung Bedenken gegenüber der Stadtpolitik und Bürgermeisterin Simke Ried (CDU). Sie wies auf ein Bürgerbegehren hin, bei dem 87 Prozent der Wähler gegen den Abriss stimmten. Dies zeigt deutlich, dass das Thema in der Bevölkerung äußerst umstritten ist. In der Argumentation des Kreises wird stets betont, dass seit vielen Jahren keine tragfähige Nachnutzung für das leerstehende Schulgebäude gefunden werden konnte. Die Linke wandte jedoch ein, dass durchaus Vorschläge zur Nachnutzung als Wohnraum existieren, die bereits 2015 in einem Bürgerbegehren thematisiert wurden.

Besonders kontrovers ist die Frage, ob alle Aspekte der möglichen Alternativen gemäß dem Hessischen Denkmalschutzgesetz ausreichend berücksichtigt wurden. Der Akteneinsichtsausschuss soll nun prüfen, ob die Unterlagen, die zur Erteilung der Abbruchgenehmigung führten, vollständig und korrekt waren. Laut Giessener Allgemeine war die Abbruchgenehmigung zuletzt ein heißes Eisen, insbesondere in Anbetracht einer Weisung des Wissenschaftsministers Timon Gremmels an die Denkmalschutzbehörde, die Genehmigung zu erteilen, obwohl Zweifel an der Rechtsmäßigkeit der Verfahren aufkamen.

Pläne für die Zukunft

Der Landkreis hat bereits ambitionierte Pläne für die Nachnutzung des Areals. Nach dem Abriss könnten in der ehemaligen Schulimmobilie 39 Wohneinheiten in drei Gebäudekomplexen entstehen. Neben dem Wohnraum sollen wichtige Elemente aus der Schulzeit, wie ein Mosaik und eine Skulptur, erhalten bleiben, um die Geschichte des Ortes zu würdigen.

Für den Vizelandrat Patrick Krug (SPD) stehen die Akten und die Genehmigungen im Brennpunkt des Interesses. Er betonte die Notwendigkeit eines transparenten Verfahrens und wies Vorwürfe der Linken zurück, die eine unrechtmäßige Handhabung der Abbruchgenehmigung indizierten. Krug fordert eine Entschuldigung für beleidigende Vergleiche und zeigt sich überzeugt von der ordnungsgemäßen Vorgehensweise der Stadt.

Am 27. November wird es sich entscheiden, ob die Bedenken der Bürger Gehör finden oder ob der Abriss wie geplant weiter voranschreitet. Die nächsten Schritte sind somit von großer Bedeutung für die Bürger von Homberg, die auf eine Lösung hoffen, die sowohl dem Bedarf an Wohnraum als auch der historischen Substanz gerecht wird.