Die Zukunft der alten Grundschule in der Friedrichstraße 7 in Homberg sorgt seit Jahren für rege Diskussionen und Spannungen in der Stadt. Am 27. November 2025 wird nun ein Akteneinsichtsausschuss im Vogelsbergkreis prüfen, ob beim geplanten Abriss des Schulgebäudes alle Vorschriften eingehalten wurden. Der Ausschuss wird um 17 Uhr seine Arbeit im Landratsamt aufnehmen, und das Interesse der Öffentlichkeit ist groß, da es bei dieser Debatte um weit mehr als nur um den Zustand eines Gebäudes geht.
Laut oberhessische-zeitung.de hat die Diskussion um den Abriss der ehemaligen Kreisberufsschule in den letzten Wochen an Fahrt gewonnen. An der jüngsten Sitzung des Kreistages nahmen zahlreiche Mitglieder teil und äußerten sich über den Etatentwurf für 2026, wobei auch der Schulabriss ein heißes Thema war. Besonders die Fraktion von Linken und Klimaliste beantragte die Einsetzung des Ausschusses, um Transparenz im Genehmigungsprozess zu schaffen.
Ein umstrittener Abriss
Der geplante Abriss der alten Schule, die seit 15 Jahren leer steht, wurde bereits 2013 beantragt und genehmigt, jedoch kam es nie zu einem Baubeginn. Im Jahr 2019 haben sich Bauherren gemeldet, die eine Bebauung mit Wohnraum anstrebten, was die Stadtverwaltung in einen Konflikt mit dem Denkmalschutz brachte. Der Vizelandrat Patrick Krug von der SPD räumte ein, dass es unterschiedliche Ansichten zur Abrissgenehmigung gibt. Er stellte die Behauptung auf, dass es für das Gebäude keine nachhaltige Nachnutzung gegeben habe, was die Fraktion Die Linke als strittig betrachtet und auf frühere Vorschläge zur Nachnutzung verweist.
Besonders brisant ist die Reaktion auf ein auf 87 Prozent der Wähler ausgerichtetes Bürgerbegehren, das sich gegen den Abriss aussprach. Die Sprecherin der Homberger Linken, Barbara Schlemmer, äußerte deutliche Bedenken zur Vorgehensweise der Stadtpolitik und der Bürgermeisterin Simke Ried (CDU). Sie forderte eine Überprüfung der rechtlichen Grundlagen der Abrissgenehmigung, da die Denkmalpflege den Erhalt der Schulgebäude gefordert hatte. Dieser Dissens wurde schließlich dem Minister vorgelegt, der nach einer Ortsbesichtigung im September 2025 einen Entscheidungsprozess eingeleitet hat.
Entwicklungen und Perspektiven
Die Pläne für die Nachnutzung des Grundstücks sind ambitioniert. „Nach dem Abriss könnten bis zu 39 Wohneinheiten in drei Gebäudekomplexen entstehen“, erläutert Patrick Krug. Ein Mosaik und eine Skulptur aus den früheren Schulzeiten sollen dabei erhalten bleiben, um einen Teil der historischen Identität zu wahren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auseinandersetzung um den Abriss der alten Grundschule in Homberg nicht nur eine lokale Baumaßnahme betrifft, sondern auch ein Spiegelbild der aktuellen Stadtpolitik darstellt. Mit der Sitzung am 27. November 2025 wird ein weiterer Schritt in dieser emotionalen Debatte gewagt, in der die Zukunft des Bauwerks und die Perspektive für dringend benötigten Wohnraum auf dem Spiel stehen.