Hessens Löhne sind ein spannendes Thema, das viele von uns betrifft. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass es in Hessen große Unterschiede bei den Löhnen gibt. Besonders Frankfurt am Main sticht hierbei hervor: Mit einem jährlichen Durchschnittsgehalt von 59.230 Euro ist die Mainmetropole der Spitzenreiter im Bundesland. Das ist eine ganz andere Liga, vor allem wenn man den Werra-Meißner-Kreis betrachtet, wo man nur mit durchschnittlich 37.380 Euro auskommen muss. Das sind fast 22.000 Euro weniger, was die Lohnschere in Hessen drastisch offenbart, wie die HNA berichtet.
Die Bruttolöhne und -gehälter in Hessen sind im Jahr 2023 um 6,8 Prozent gestiegen und liegen nun durchschnittlich bei 48.470 Euro je Beschäftigten. Besonders bemerkenswert ist, dass der Hochtaunuskreis den größten Zuwachs pro Kopf verzeichnete, mit einer Erhöhung um 4.230 Euro, was 8,5 Prozent entspricht. Damit liegt der Hochtaunuskreis mit 54.210 Euro deutlich über dem Landesdurchschnitt. Im Gegensatz dazu hatte der Vogelsbergkreis die geringste Zunahme, mit nur 1.920 Euro und einem Plus von 5,3 Prozent.
Der Dienstleistungs- und Produktionssektor
Insbesondere im Dienstleistungssektor war eine erfreuliche Entwicklung zu beobachten. Hier stiegen die Löhne um 7,4 Prozent, was zu einem durchschnittlichen Verdienst von 47.300 Euro je Arbeitnehmer führte. Auch die Zahlen für den produzierenden Sektor sind vielversprechend. Dort konnte ein Lohnzuwachs von 5,3 Prozent festgestellt werden, sodass die Durchschnittsverdienste jetzt bei 53.760 Euro liegen. Spitzenreiter in diesem Bereich ist Darmstadt mit 65.110 Euro, während es im Vogelsbergkreis nur 45.450 Euro sind.
Ein weiterer interessanter Aspekt sind die Lohnunterschiede zwischen den städtischen und ländlichen Regionen. In kreisfreien Städten sind die Bruttolöhne mit 55.000 Euro höher als in den Landkreisen, wo sie durchschnittlich bei 44.520 Euro liegen. Es scheint, dass in Hessen die urbanen Gebiete deutlich höher im Kurs stehen, was die Gehälter angeht.
Fortschritte in Sachen Entgeltgleichheit
Ein erfreulicher Trend zeigt sich auch in Bezug auf die Entgeltgleichheit. Laut dem Hessischen Lohnatlas hat sich die Lohnlücke in Hessen im Jahr 2023 auf 8,0 Prozent verringert, ein Rückgang im Vergleich zu 9,0 Prozent im Jahr 2021. Diese Fortschritte sind besonders in den Großstädten des Rhein-Main-Gebiets und in der Pharmabranche zu beobachten. Es wird angenommen, dass höhere Bruttomonatsentgelte von Frauen dazu beitragen, die Kluft zu verkleinern. Dennoch bleiben große Lohnunterschiede bei akademisch Qualifizierten sowie bei Führungskräften bestehen.
Um die Löhne in ländlichen und strukturschwachen Kreisen weiter zu verbessern, wird seit der Pandemie auf die dortigen Herausforderungen fokussiert. Ein Ziel ist es, die Entgeltlage von Frauen in Hessen weiter zu verbessern und gezielte Initiativen zur Fach- und Arbeitskräftesicherung zu fördern. Die digitale Verfügbarkeit des Lohnatlas erleichtert es, gezielt Themen zu finden und die Daten zu analysieren.
Mit den neuesten Erkenntnissen aus dem Lohnatlas und den stetigen Verbesserungen möchten die Verantwortlichen sicherstellen, dass der Weg zur Entgeltgleichheit weitergegangen wird. Ein zentraler Aspekt ist die Berücksichtigung der Situation von Alleinerziehenden sowie Menschen in unteren Entgeltgruppen.
Somit bleibt zu hoffen, dass sich die positive Entwicklung bei den Löhnen in Hessen fortsetzt und die Abstände zwischen den verschiedenen Regionen weiterhin kleiner werden. Die Anzeichen stehen gut für einen fairen Lohn, der der Lebensrealität aller Beschäftigten entspricht.