Im Vogelsbergkreis hat das Kreisjugendparlament (KJP) seit über 30 Jahren ein offenes Ohr für die Anliegen junger Menschen. Es bietet Jugendlichen nicht nur eine Plattform zur politischen Bildung, sondern fördert auch deren aktive Teilhabe am politischen Geschehen. Aktuell wirbelt eine neue Wahlperiode durch die Räumlichkeiten des KJP, die im Mai 2025 begann. Der Vorstand besteht aus fünf Mitgliedern: Leonhard Loll (1. Vorsitzender), Esther Arnold (Pressesprecherin), Armin Salavati (stellv. Vorsitzender), Moritz Lang (3. Vorsitzender, nicht im Bild) und Selin Volp (Protokollantin), alle eng am Puls der Jugend und engagiert in den verschiedensten Themen.

Die Mitglieder des KJP arbeiten in zahlreichen Arbeitsgruppen, die sich mit unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinandersetzen. So hat die Podcast-AG ein spannendes Vorhaben ins Leben gerufen: Sie möchte über Wehrpflicht und weitere politische Themen für Jugendliche diskutieren. Auch die Social-Media-AG bringt frischen Wind in die digitale Welt und sorgt dafür, dass die junge Stimme auf Plattformen wie Instagram gehört wird. Darüber hinaus plant die AG zur Stadtgestaltung die Einführung öffentlicher Trinkwasserbrunnen, während die Freizeit-AG Aktivitäten ohne digitale Medien, wie Mini-WM und Open-Air-Kino, organisiert. Zudem wird auch an Workshops zur finanziellen Bildung gearbeitet, um jungen Menschen wichtige Kenntnisse über das Steuersystem und Finanzfragen zu vermitteln. All diese Aktivitäten zeigen, wie aktiv und engagiert sich Jugendliche im Vogelsbergkreis in ihr Umfeld einbringen möchten.

Politische Mitgestaltung und Herausforderungen

Das KJP hat Rederecht im Kreistag und ist somit in der Lage, eigene Anträge einzubringen und die Interessen der Jugend zu vertreten. Ein aktuelles Anliegen ist das kostenfreie Schülerticket, das viele Jugendliche als wichtig erachten. Trotz der Herausforderungen, die finanzielle Einschränkungen bei der Umsetzung von Jugendpolitik mit sich bringen, motivieren die Mitglieder andere Jugendliche zur Mitarbeit, da dies nicht nur eine persönliche Bereicherung, sondern auch Einblicke in die politische Landschaft bietet.

Kids und Jugendliche in Deutschland profitieren zunehmend von Fachstellen und Initiativen, die ihre Mitbestimmung stärken. In Baden-Württemberg beispielsweise hat die Studie „Kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung 2023“ gezeigt, dass der Anteil der Gemeinden mit Angeboten zur Jugendbeteiligung gestiegen ist und mittlerweile 68% erreicht hat. Verschiedene Formate, wie Jugendgemeinderäte oder -parlamente, ermöglichen es den jungen Menschen, aktiv mitzubestimmen und ihre Ideen einzubringen. Bei der Kinderbeteiligung ist der Anstieg von 23% auf über 55% besonders spektakulär – ein klares Zeichen für das gestiegene Interesse an Mitgestaltung.

Mit all diesen Initiativen beweist das KJP, wie wichtig es ist, dass junge Menschen nicht nur in ihrer Freizeit, sondern auch politisch aktiv werden. Ob in der Stadtgestaltung, durch eigene Projekte oder bei politischen Diskussionen, es gilt, die Bedürfnisse der Jugend ernst zu nehmen und sie in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Gerade in einer Zeit, in der partizipative Ansätze immer mehr gefragt sind, ist es eine wertvolle Erfahrung für alle Beteiligten, Teil eines Gremiums zu sein, das echte Veränderungen bewirken möchte.