Michael Wimbauer hat wieder zugeschlagen! Im Kirchturm von Bergheim durfte er drei junge Schleiereulenküken beringen. Der fleißige Hobbyornithologe hat mit seiner Bergungstätigkeit einmal mehr bewiesen, wie wichtig der Schutz unserer heimischen Vogelarten ist. Das Schleiereulenpaar hatte insgesamt sechs Eier gelegt, von denen drei erfolgreich geschlüpft sind. Solche positiven Nachrichten lassen Naturliebhaber aufhorchen!
Wimbauer, der regelmäßig in Kirchtürme klettert, hat ein gutes Händchen für die Beringung von Jungvögeln verschiedener Arten. Während er die Küken behutsam in den Händen hält, zeigt sich auch die Notwendigkeit, den Bestand der Schleiereulen im Blick zu behalten. “Die Schleiereulen brüten im sogenannten Orgelpfeifenprinzip“, erklärt Wimbauer, und ergänzt: „Das heißt, sie beginnen gleich nach dem ersten Ei mit dem Brüten.“ Jungvögel schlüpfen alle zwei Tage nach dem ersten Schlüpfen und sind besonders auf die Nahrung angewiesen, die fast ausschließlich aus Mäusen besteht. Bei Nahrungsmangel müssen die kleinsten Eulen oft den größeren Weichen, was durchaus evolutionäre Vorteile hat.
Der Nistkasten als Lebensretter
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der zu beachten ist: Die Edertaler NABU-Gruppe, unter der Leitung von Michael Maiwald, hat einen Nistkasten für die Schleiereulen installiert. Diese Kästen sind nicht nur Brutstätten, sondern auch ein entscheidender Schritt zum Erhalt dieser wunderschönen Eulenart. Der Nistkasten kann in Scheunen, Ställen, Kirchtürmen oder Dachböden eingebaut werden und bietet einen dunklen, geschützten Brutraum. Ein weiterer Vorteil? Durch eine Innenwand ist der Brutbereich vom Einflugbereich getrennt, was den Eulen ein sicheres Nest ermöglicht. Die Bauanleitung für solche Nistkästen ist auf der Webseite des NABU hier verfügbar.
Die Bestandsentwicklung der Schleiereulen ist in den letzten 15 Jahren stark zurückgegangen. Dennoch zeigt sich ein leichter positiver Trend in Europa. Wimbauer schätzt, dass aktuell fünf Bruten von Schleiereulen im Landkreis bekannt sind. Diese Zahlen verdeutlichen, wie sehr der Artenschutz gefragt ist und wie wichtig es ist, dass engagierte Einzelne und Gruppen zusammenarbeiten, um den Bestand zu sichern.
Ein Aufruf zur Beobachtung
Ebenfalls erwähnenswert ist, dass man Beobachtungen von Schleiereulen an Wimbauer melden kann. Diese Informationen sind wichtig zur Dokumentation und Auswertung der Bestandsentwicklung. Am Abend hört man die typischen Rufe der Schleiereulen, ein untrügliches Zeichen, dass das nachtaktive Leben der Eulen weiterhin blüht.
Wimbauer bringt Leidenschaft und Engagement zusammen, um unsere gefiederten Freunde zu schützen. Trotz der Herausforderungen, die die Natur bereithält, zeigt sich ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Schleiereulen. Es bleibt zu hoffen, dass noch viele weitere Besucher und Naturfreunde sich für den Schutz der Eulen einsetzen. Schließlich nützen Schleiereulen nicht nur der Natur, indem sie die Mäusepopulation in Schach halten, sondern bereichern auch unsere Lebenswelt auf wundersame Weise.