In einem spannenden historischen Kontext hat Robert Focken ein neues Buch mit dem Titel „Fangt den Washington“ veröffentlicht, das die Rolle hessischer und waldeckischer Truppen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beleuchtet. Dieses Werk erscheint anlässlich des 250-jährigen Bestehens der USA und wirft einen neuen Blick auf die „vermieteten“ Soldaten, die zwischen 1776 und 1783 auf der Seite der Briten kämpften. Focken thematisiert, wie die Geschichte möglicherweise anders verlaufen wäre, hätte George Washington in diesen Konflikten gefangen genommen oder gar getötet worden.

Focken, der auch für seine Historienromane bekannt ist, die in der Region Waldeck-Frankenberg spielen, betrachtet in seinem Buch den Weg zur Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 sowie den Krieg gegen die Briten. Hessen stellte zu dieser Zeit etwa 17.000 Soldaten, die für die britische Krone kämpften. Der Fürst Friedrich von Waldeck und Pyrmont schloss 1776 einen Subsidienvertrag mit Großbritannien ab, was zur Aufstellung eines waldeckischen Regiments von 670 Soldaten und 14 Artilleristen führte, dem bis 1783 500 Rekruten hinzukamen. Insgesamt wurden 52.146 Pfund an Fürst Friedrich gezahlt.

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Die deutsche Beteiligung am Unabhängigkeitskrieg

Die deutsche Beteiligung am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg umfasste sowohl Soldaten auf britischer als auch auf amerikanischer Seite. Der Großteil der deutschen Soldaten, die bekannt als „Hessen“ bezeichnet werden, kämpfte in der Tat für die britische Armee, insbesondere aus Hessen-Kassel. Diese Region stellte über 12.000 Soldaten, die in viele große Schlachten wie New York, Germantown, Charleston und Yorktown kämpften. Über 16.000 Soldaten aus Hessen-Kassel wurden insgesamt entsandt, wobei etwa 6.500 von ihnen verloren gingen.

Zusätzlich zeigt sich, dass deutsche Staaten wie Braunschweig-Lüneburg und Anhalt-Zerbst ebenfalls Soldaten entsandten. Waldeck stellte drei Regimenter zur Verfügung, die mit 720 Verlusten zu kämpfen hatten. Die moralischen Implikationen des „Soldatenhandels“ sind ein zentrales Thema, das Focken in seiner Forschung als wichtig und spannend erachtet, obwohl es umstritten ist.

Einblick in die Geschichte

Aktuell wird das Thema durch eine Ausstellung im Marburger Staatsarchiv noch lebendiger. Diese Eröffnung fand beim Neujahrsempfang statt und bietet einen faszinierenden Einblick in die Rolle der hessischen Söldner im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Historische Dokumente, wie private Briefkorrespondenzen und Tagebucheinträge, ergänzen die Ausstellung. Historiker Holger Gräf thematisiert die Verstrickungen zwischen den USA und Hessen, die durch einen Vertrag zwischen Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel und König Georg III. von England am 15. Januar 1776 besiegelt wurden.

Über 30.000 Deutsche kämpften für England, davon schätzungsweise 19.000 aus Hessen. Die Soldatendichte war in Hessen-Kassel besonders hoch, viele Angehörige der Soldaten lebten in Amerika. Die Ausstellung „1776 – Hessen und die amerikanische Unabhängigkeit“ läuft bis zum 27. März im Hessischen Staatsarchiv in Marburg und bietet eine wertvolle Gelegenheit, mehr über diese spannende Episode der Geschichte zu erfahren.

Robert Focken, der 1963 in Höxter geboren wurde und heute im Vordertaunus lebt, hat mit seinem Buch und seiner bisherigen Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur Aufarbeitung dieser historischen Ereignisse geleistet. Nach seinem Studium der Geschichte an der Bonner Universität und seiner Zeit als Bundeswehrsoldat hat er als Redakteur und im Finanzvertrieb gearbeitet, bevor er sich dem Schreiben von Historienromanen widmete.

Wer mehr über die Rolle der Hessen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg erfahren möchte, kann sowohl Fockens Buch als auch die laufende Ausstellung im Staatsarchiv besuchen. Diese Ressourcen bieten wertvolle Einblicke in die komplexen Verflechtungen zwischen Deutschland und den USA während dieser entscheidenden Zeit.

Für weitere Informationen und Details zu Robert Fockens Buch und den historischen Hintergründen, empfehlen wir die Artikel auf HNA, Wikipedia zur deutschen Beteiligung und die Ausstellung im Staatsarchiv Marburg.