Die Debatte um den Edersee nimmt Fahrt auf! Heute, am 4. Juli 2025, haben die Waldecker Stadtverordneten die besorgniserregenden Entwicklungen bezüglich des Wasserstands des Edersees auf die Agenda gesetzt. Der Wasserstand liegt aktuell bei 235,02 Metern über Normalnull, und damit gut 9,95 Meter unter dem angestrebten Vollstau von 244,97 Metern. Die aktuelle Situation hat nicht nur Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft, sondern auch auf die lokale Schifffahrt, da der Edersee parallel zu den Einschränkungen auf dem Rhein zunehmend in den Fokus rückt.
Laut HNA beendete das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) überraschend die zuvor vereinbarten Maßnahmen zur sparsamen Bewirtschaftung des Edersees. Die Radikalität dieser Entscheidung stößt bei den Stadtverordneten und Anrainern auf scharfe Kritik. So äußert sich Michael Keller von der CDU, der die Haltung des WSA als ignorant bezeichnet. Bürgermeister Nicolas Havel erklärte in der Sitzung, dass im Februar zu viel Wasser abgelassen wurde, wodurch die aktuelle Situation verschärft wurde. Diese Entscheidung wurde von einer meteorologischen Fehleinschätzung begleitet, was die Anwohner verunsichert.
Wasserabfluss und Niedrigstand
Der momentane Wasserstand ist nicht nur ein lokales Problem. Am Edersee werden momentan 60 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgelassen und der Inhalt der Edertalsperre beträgt nur noch rund 107,25 Millionen Kubikmeter, was einem Füllstand von etwa 53,75 Prozent entspricht. Diese Werte sind alarmierend, bedenkt man, dass dies der niedrigste Stand seit 2007 ist. Ein trockenes Frühjahr hat die Situation zudem verschärft, wie alleantworten.de berichtet.
Hinzu kommt, dass das verlassene „Edersee-Atlantis“, Überreste gefluteter Dörfer wie Asel und Bringhausen, nun wieder sichtbar wird. Die Anrainer fürchten um ihre Lebensqualität und das Landschaftsbild. Vor diesem Hintergrund katalysiert die Problematik eines mangelnden Dialogs zwischen den Entscheidungsträgern und den Anrainerkommunen, die auf eine zuverlässige Einbindung in die Prozesse angewiesen sind. Martin Neuhaus von den Grünen forderte daher eine intensivere Zusammenarbeit mit den Institutionen der Oberweser.
Petition für nachhaltige Bewirtschaftung
Inmitten all dieser Herausforderungen hat Marco Kilian eine Petition für eine nachhaltigere Bewirtschaftung des Edersees ins Leben gerufen, die bereits über 1600 Unterschriften gesammelt hat. Die Stadtverordnetenvorsteherin Anni Berthold bezeichnete die Bewirtschaftung des Edersees als ein „brisantes Thema“, das dringend behandelt werden muss. Aus der politischen Mitte wird der Bundestagsabgeordnete Jan-Wilhelm Pohlmann von der CDU aufgefordert, sich zu den Entwicklungen zu äußern und den Dialog am Laufen zu halten.
Die kommende Zeit wird zeigen, ob die geplanten Gespräche zwischen Bürgermeister Havel und dem WSA Früchte tragen. Angesichts der aktuellen Situation bleibt abzuwarten, wie es um den Edersee, seine Anwohner und die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Schifffahrt steht. Die Sorgen um die Wasserstände aller Talsperren sind deutlich spürbar, denn sie beeinflussen nicht nur den regionalen Tourismus, sondern auch die Lebensqualität der Menschen in der Umgebung. Zukunftsorientierte Lösungen müssen jetzt angestoßen werden, damit die nächste Generation von der Schönheit und den Möglichkeiten des Edersees profitieren kann.