In Hessen wird es am Dienstag, den 23. Februar 2026, erneut zu einem Streik im kommunalen Nahverkehr kommen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten in Städten wie Kassel, Frankfurt, Wiesbaden, Gießen und Marburg zu diesem Warnstreik aufgerufen. Hintergrund sind anhaltende Streitigkeiten über den Tarifvertrag Nahverkehr Hessen (TV-N), die in den vergangenen Wochen immer wieder zu Konflikten geführt haben. Besonders in Frankfurt wird mit erheblichen Einschränkungen gerechnet: Hier stehen alle U-Bahnen und Straßenbahnen still und die Nutzer sind angehalten, auf S-Bahnen auszuweichen, die ebenfalls von Störungen betroffen sein werden.
In Wiesbaden werden die meisten Buslinien ausfallen, während in Kassel keine Busse oder Trams der KVG fahren werden. Die Auswirkungen des Streiks in Gießen und Marburg sind dagegen unklar, da vorherige Streiks dort kaum Folgen hatten. Die Situation spitzt sich zu, denn die Warnstreiks folgen auf einen Eklat in der dritten Verhandlungsrunde für den öffentlichen Personennahverkehr in Hessen, wo Verdi kritisiert hat, dass die Arbeitgeber kurz vor Abschluss der Gespräche neue Forderungen eingebracht haben, die zu Verschlechterungen für die Beschäftigten führen würden.
Hintergründe zu den Streiks
Der Fokus der aktuellen Verhandlungen liegt nicht auf Gehaltssteigerungen, sondern auf der Verbesserung der Arbeitsbedingungen gemäß dem Manteltarifvertrag. Geplant sind unter anderem Änderungen einer Zulage zur Mitarbeitergewinnung und die Aufstockung des Krankengelds. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 25. Februar angesetzt, wobei die Eingruppierung von Tätigkeiten im Mittelpunkt stehen wird.
Doch nicht nur der Nahverkehr in Hessen steht im Fokus. Auch in der Frankfurter Stadt wurden jüngst schwere Vorfälle gemeldet. Ein 44-jähriger Mann, der dem Obdachlosenmilieu zugeordnet wird, wurde schwer verletzt aufgefunden. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, schwebt jedoch nicht in Lebensgefahr. Die Polizei ist derzeit auf der Suche nach einem flüchtigen Fahrer und einem unbekannten Unfallfahrzeug.
Umwelt und Infrastruktur
In der Zwischenzeit gibt es auch Entwicklungen in der Umweltpolitik. Im Fechenheimer Wald wurden die letzten Bäume der sogenannten „Käferinsel“ gefällt, um den Lückenschluss der A66 zu ermöglichen. Die gefällten Bäume sollen in einen benachbarten Wald gebracht werden, um Käferlarven eine neue Heimat zu bieten. Trotz dieser Eingriffe werden die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid in Hessen derzeit eingehalten, neue Regeln treten jedoch ab 2030 in Kraft.
Im Hochtaunuskreis investiert man in den Schulausbau, sieht sich dabei jedoch finanziellen Herausforderungen gegenüber. Zudem stehen in der kommenden Woche die Verbindungsrampen zwischen der A3 und A661 am Offenbacher Kreuz zur Sperrung an, was die Verkehrssituation zusätzlich belasten wird.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation im Nahverkehr und die Verhandlungen entwickeln werden. Die vergangenen Ereignisse sind Teil eines größeren Kontextes, in dem die Tarifgespräche im Öffentlichen Dienst der Länder nach mehreren Verhandlungsrunden und Warnstreiks zu einer Einigung geführt haben, die für 925.000 Tarifbeschäftigte gilt. Diese Einigung hat jedoch keine Auswirkung auf die Verhandlungen in Hessen, die separat geführt werden, und die Herausforderungen, die sich für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst abzeichnen, bleiben damit bestehen.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im hessischen Nahverkehr und anderen Themen können Sie die Hessenschau und die Frankfurter Neue Presse konsultieren.