Ein hoher Druck liegt derzeit auf den Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr, und dies macht sich spürbar bemerkbar. Seit Dienstagmorgen, 3.30 Uhr, wird in Hessen für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt. In Kassel begann der Ausstand etwas später um 4.00 Uhr, dicht gefolgt von Frankfurt und Wiesbaden. Doch damit nicht genug: Für die kommenden Tage sind weitere Streiks angekündigt. Die Gewerkschaft ver.di hat zu Warnstreiks aufgerufen, und die Beschäftigten werden aufgefordert, die Arbeit niederzulegen. Das betrifft nicht nur die hessischen Städte, sondern viele weitere Regionen in ganz Deutschland.
In den hessischen Städten Frankfurt und Kassel wird es ab Freitag voraussichtlich 48 Stunden lang keinen Betrieb von U-Bahnen und Straßenbahnen geben. In Wiesbaden fahren zudem die meisten Buslinien nicht, mit Ausnahme von wenigen Ausnahmen wie den Linien 5, 28, 39 und 46 sowie den Regionalbussen. Wie faz.net berichtet, sind auch die Verkehrsbetriebe in Offenbach betroffen, die am Freitag bestreikt werden. In Gießen und Marburg bleibt die Situation für Pendler allerdings etwas entspannter, da dort andere Tarifverträge für das Fahrpersonal gelten.
Bundesweite Aktionen
Die Warnstreiks haben sich nicht nur auf Hessen beschränkt. Wie n-tv meldet, sind deutschlandweit Beschäftigte in nahezu allen Bundesländern dazu aufgerufen, am Freitag und in vielen Regionen auch am Samstag zu streiken. Einschlägige Maßnahmen sind auch für die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen geplant. Auf die Streiktage wird mit einer drastischen Reduzierung des Betriebs im öffentlichen Nahverkehr gerechnet. Die Verantwortlichen erwarten, dass kaum Busse und Bahnen unterwegs sein werden.
Diese Streiks sind ein direktes Ergebnis von gescheiterten Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den kommunalen Arbeitgeberverbänden. Die Forderungen von ver.di sind klar: bessere Arbeitsbedingungen sind das Ziel. Das umfasst kürzere Wochenarbeitszeiten, längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Zwar gab es bereits mehrere Verhandlungsrunden, doch wie ver.di feststellt, kommen die Gespräche praktisch nicht voran.
Betroffene und weitere Entwicklungen
Insgesamt sind rund 100.000 Beschäftigte von den entsprechenden Streikmaßnahmen betroffen und das Ganze zieht immer weitere Kreise. Der erste große Streiktag am 2. Februar führte dazu, dass der Verkehr in über 100 Unternehmen für 24 Stunden nahezu komplett stillstand. Wie aus den aktuellen Informationen hervorgeht, sind in Hessen und anderen Bundesländern viele Unternehmen aufgerufen, ihren Betrieb einzustellen. Ausnahmen bilden jedoch einige Regionen, wie Niedersachsen, wo bis Ende März eine Friedenspflicht besteht.
Gute Nachrichten? Die Alternativen für betroffene Fahrgäste sind teils vorhanden. Wer auf Bus und Bahn nicht verzichten kann, kann auf S-Bahnen, Regionalzüge und städtische Buslinien zurückgreifen, auch wenn die Auswahl eingeschränkt ist. Der Streik wird in den kommenden Tagen zweifellos sowohl Pendler als auch Reisende intensiv beschäftigen. In einer Zeit, in der mobil sein wichtig ist, kommt dieser Arbeitskampf genau zur falschen Zeit.
Die Situation bleibt angespannt und die Augen sind auf die Verhandlungen und deren Fortschritt gerichtet. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Forderungen der Beschäftigten Gehör finden und zu einer Lösung beitragen können.