Im Werra-Meißner-Kreis haben die Familienzentren ganz schön zu kämpfen. Vor allem die finanziellen Herausforderungen bereiten den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Ein zentraler Punkt, der viele auf die Palme bringt, ist die Unsicherheit der Förderung, die jedes Jahr aufs Neue beantragt werden muss. So berichtet HNA, dass im Jahr 2025 nur vier der fünf Familienzentren die finanziellen Mittel erhalten haben – das Zentrum „Pusteblume“ in Witzenhausen hat einen Negativbescheid bekommen.
Ein kurzer Blick auf die Projekte der Familienzentren zeigt, warum diese Unterstützung so wichtig ist. Die Themen, die hier behandelt werden, sind vielfältig und betreffen viele Menschen in der Region: Einsamkeit, Armut, Sucht, Erziehungsberatung sowie Bildung sind nur einige der Bereiche, in denen die Zentren aktiv sind. Zum Beispiel bietet das Familienzentrum Bad Sooden-Allendorf neben der öffentlichen Förderung auch zusätzliche Unterstützung durch Zuschüsse, Mitgliedsbeiträge, Spenden und Projektförderungen an, um weiterhin für die Bürger:innen da sein zu können.
Das Konzept der Familienzentren
Familienzentren dienen als wichtige Anlaufstellen für Menschen aller Generationen und Kulturen. Laut familie.hessen.de umfassen sie Angebote, die von Eltern- und Familienbildung über Sozialberatung bis hin zu Sport- und Kreativangeboten reichen. Sie fördern die Erziehungskompetenz und sorgen für Spiel- und Krabbelgruppen und sogar Angebote in Medienkompetenz sowie Gesundheit und Ernährung. Diese Unterstützung ist gerade in aktuellen, stressreichen Zeiten entscheidend für viele Familien.
In Hessen gibt es derzeit 229 Familienzentren, verteilt über städtische und ländliche Gebiete, wobei mindestens zwei in jedem Landkreis zu finden sind. Diese Zentren sind wahre Knotenpunkte und bieten ein Netzwerk von Kooperation und Information. Seit 2011 erhalten die Einrichtungen finanzielle Unterstützung von bis zu 18.000 Euro pro Jahr, was laut Informationen des Regierungspräsidiums Kassel verschiedene Einsätze ermöglicht.
Die Herausforderungen der Zukunft
Die finanzielle Lage bleibt jedoch angespannt. Geringere Förderungen von Städten und Trägern erhöhen den Aufwand zur Akquise einer breiteren Mittelbasis. Gerade jetzt müssen die Verantwortlichen überlegen, wie sie diese Herausforderungen meistern können, um die wertvollen Angebote aufrechtzuerhalten. Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt der Wille, Menschen zu unterstützen und einen sicheren Raum für Familien zu schaffen, stark. Die Landesservicestelle Familienzentren Hessen, die seit dem 1. Oktober 2020 besteht, hat sich als Unterstützung etabliert und bietet Beratungs- und Informationsangebote, um die Vernetzung der Familienzentren zu stärken.
Die Vision, die hinter diesen Zentren steht, könnte nicht klarer sein: Sie sollen ein Ort der Begegnung und des Austausches sein. HNA macht deutlich, dass der Fortbestand dieser Einrichtungen auch den Zusammenhalt und die Unterstützung in der Region fördert. Wenn die Familienzentren weiterhin so engagiert arbeiten, könnte es gelingen, auch die kommenden Herausforderungen zu meistern und für viele einen wichtigen Rückhalt zu bieten.