Heute ist der 20.02.2026 und im Werra-Meißner-Kreis ist der Frühjahrszug der Kraniche in vollem Gange. Diesen Februar haben die ersten Kraniche die Rückreise aus ihren Winterquartieren begonnen, nachdem sie aufgrund von Kälteeinbrüchen und dem Sturm „Elli“ in den Süden geflohen waren. Die ersten Meldungen über Kraniche, die wieder in Richtung Deutschland ziehen, stammen vom 8. Februar 2026, wobei vor allem Rheinland-Pfalz und Hessen von diesem Ansturm betroffen sind. Am 1. Februar 2026 wurden bereits große Formationen von Kranichen aus Frankreich beobachtet, die über Hessen und Rheinland-Pfalz flogen.
Die Kraniche sind nicht nur ein beeindruckender Anblick am Himmel, sondern auch ein faszinierendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit von Tieren an sich verändernde Umweltbedingungen. In diesem Jahr müssen sie jedoch mit besonderen Herausforderungen kämpfen. Ein Wetterwechsel hat dazu geführt, dass einige Kraniche ihre Überwinterungsversuche in Deutschland abgebrochen haben und nicht zu ihren traditionellen Zielen in Frankreich und Spanien weiterfliegen. Stattdessen suchen sie Rastplätze ohne Schnee, da die Kälte und eine geschlossene Schneedecke die Nahrungsaufnahme erschweren.
Herausforderungen durch die Vogelgrippe
Ein weiteres ernstes Problem stellt die Vogelgrippe dar, die die Kranichpopulation in Deutschland stark geschädigt hat. Rund 20.000 Kraniche sind in Deutschland tot aufgefunden worden, während weitere 30.000 Kraniche in Spanien und Frankreich betroffen sind. Die Vogelgrippe H5N1 breitet sich seit Oktober 2025 in Deutschland aus und hat zu hohen Sterblichkeitsraten bei Kranichen geführt. In einem Vogelschutzgebiet in Brandenburg verendeten über 1.000 Kraniche, was die Dringlichkeit des Problems unterstreicht.
Die Kraniche sind Allesfresser und ernähren sich von Amphibien, kleinen Fischen, Mäusen und pflanzlicher Kost, wobei sie besonders vom Maisanbau profitieren. Ihre Rückkehr in die Brutgebiete ist für die Art überlebenswichtig, da sie keine Koloniebrüter sind und ihre Nester am Boden bauen. Die Kranichzahlen in Deutschland lagen im Herbst 2025 bei mindestens 400.000, jedoch waren viele Vögel durch die Vogelgrippe betroffen. Trotz dieser Herausforderungen sind Kraniche in Deutschland nicht gefährdet; ihre Bestände steigen dank intensiver Schutzbemühungen.
Rastplätze im Werra-Meißner-Kreis
Hessen spielt eine entscheidende Rolle als wichtige Flugroute für Kraniche zwischen ihren Winterquartieren und Brutregionen. Dennoch fehlen im Werra-Meißner-Kreis geeignete Rastplätze, da es dort keine Feuchtgebiete mit flachen Gewässern gibt. Diese Mangelerscheinung könnte sich negativ auf die Kraniche auswirken, die während ihrer Reise Aufwinde nutzen, um Höhe zu gewinnen und ihre Energie zu sparen.
Der NABU ruft die Bevölkerung zur Meldung von Kranichsichtungen auf, um die Rückkehr dieser majestätischen Vögel besser zu dokumentieren (Website: kranich-hessen.de). Während die Kraniche in diesen Wochen durch den Himmel ziehen, sind auch andere Vogelarten wie Rotmilan, Feldlerche, Kiebitz und die ersten Weißstörche ebenfalls unterwegs und bereichern den Frühling.
Die Rückkehr der Kraniche ist ein faszinierendes Schauspiel, das nicht nur die Schönheit der Natur widerspiegelt, sondern auch die Herausforderungen, denen sich die Tierwelt in Zeiten des Wandels stellen muss. Beobachtungen und Meldungen von Kranichsichtungen sind von großer Bedeutung, um diese beeindruckenden Vögel in ihren Lebensräumen zu schützen und zu unterstützen.