Bau der Justus-von-Liebig-Therme in Bad Salzhausen verzögert sich dramatisch!
Baufortschritt der Justus-von-Liebig-Therme im Wetteraukreis verzögert sich wegen unvollständiger Unterlagen und Genehmigungsverfahren.

Bau der Justus-von-Liebig-Therme in Bad Salzhausen verzögert sich dramatisch!
In Bad Salzhausen, wo die Justus-von-Liebig-Therme entstehen soll, gibt es derzeit einige Turbulenzen in der Bauplanung. Die Bauaufsicht beim Wetteraukreis hat kürzlich den Eindruck zurückgewiesen, dass es eine absichtliche Verzögerung im Genehmigungsverfahren gibt. Laut einem Bericht von faz.net ist das Bauvorhaben von Investor Rupert Atzberger von der Interspa-Gruppe noch mitten im Genehmigungsverfahren. Die Arbeiten an der Therme ruhen jedoch, da die erforderliche Baugenehmigung noch aussteht.
Die Fertigstellung der Therme und des zugehörigen Hotels ist bis zur Landesgartenschau Oberhessen im April 2027 als unrealistisch eingeschätzt. Ein weiteres Problem, das den Fortschritt bremst, sind unvollständige Unterlagen. Eine Sprecherin des Wetteraukreises erklärte, dass wichtige Dokumente fehlen, was eine sorgfältige Prüfung und damit die Genehmigung verhindert. Der Bauantrag wurde bereits Mitte Juli des Vorjahres eingereicht, jedoch wurden nachträglich zahlreiche Unterlagen, darunter statische Berechnungen und Brandschutzkonzepte, gefordert.
Komplexität der Genehmigungsprozesse
Wie es in Hessen üblich ist, unterliegt das Bauvorhaben den Bestimmungen der Hessischen Bauordnung (HBO). Je nach Lage des Grundstücks und Art des Projekts gilt es verschiedene Genehmigungsverfahren zu unterscheiden, wie das Freistellungsverfahren, das erweiterte Freistellungsverfahren, das vereinfachte Verfahren und das Normalverfahren, wie auf wetteraukreis.de ausgeführt wird. Im vorliegenden Fall musste Interspa einen Bauantrag nach den Vorschriften der HBO einreichen, um die geplante Therme bauen zu dürfen.
Erfreulicherweise gibt es in Hessen auch Situationen, in denen Bauvorhaben genehmigungsfrei sein können, insbesondere wenn sie im Geltungsbereich eines Bebauungsplans liegen und dessen Festsetzungen nicht enttäuschen. Im bisherigen Verlauf konnte jedoch keine Klarheit über die Genehmigungsfähigkeit des Projekts geschaffen werden, da Interspa eine Bauvoranfrage ohne spezifische Fragen einreichte. Diese Vorgehensweise brachte zusätzliche Komplexität ins Spiel, da der Bauherr bislang auf die schriftlichen Hinweise der Bauaufsicht über fehlende Unterlagen nicht reagierte.
Auswirkungen auf die Gemeinde
Niddaer Bürgermeister Thorsten Eberhard (CDU) äußerte ebenfalls seine Bedenken. Er kritisierte, dass Interspa offenbar versucht, die hohen Kosten eines vollständigen Bauantrags zu umgehen, was die laufenden Prozesse zusätzlich verlängern könnte. „Der Zeitplan von anderthalb Jahren ist sportlich und wir müssen darauf achten, dass das Projekt nicht ins Stocken gerät“, erklärte Eberhard. Angesichts der Komplexität ähnlicher Bauvorhaben in der Region sei es wichtig, das Projekt voranzutreiben.
Die derzeitige Situation zeigt deutlich, wie kompliziert und herausfordernd die Genehmigungsprozesse im Bauwesen in Hessen sind. Laut baugenehmigung-info.de erfordert jedes genehmigungspflichtige Gebäude einen schriftlichen Bauantrag, der in der Regel von einem Architekten oder einem Entwurfsverfasser eingereicht werden muss. Der Bauherr von Interspa wird nun gefordert sein, die erforderlichen Unterlagen zeitnah nachzureichen, um das Projekt, das für viele in der Region von Bedeutung ist, nicht weiter zu gefährden.