Im Wetteraukreis gibt es erfreuliche Nachrichten aus Griedel: Der Gemeinschaftsgarten erhält eine Förderung von 5000 Euro. Diese wichtige Unterstützung wurde am heutigen Tag, dem 15. Februar 2026, von der Kreisbeigeordneten Marion Götz übergeben. Der Garten, der einst verwahrlost war, gehört der Stadt Butzbach und war zuvor verpachtet. Nachdem der Pachtvertrag nicht verlängert wurde, entstand die Idee, diesen verwilderten Raum in einen lebendigen Gemeinschaftsgarten umzuwandeln.
Rainer Hachenburger, der die Initiative ins Leben rief, las von einem Förderprogramm und gewann den Turn- und Sportverein (TSV) als Antragsteller für die Förderung. Gemeinsam mit Dirk Boller vom TSV und dem Ortslandwirt Thomas Schepp arbeiteten sie an einem durchdachten Gestaltungskonzept. Die Abgabefrist für den Förderantrag lag im September 2025. Ziel des Projekts ist es, generationenübergreifende Nachbarschaftshilfe und eine gemeinwohlorientierte Atmosphäre zu fördern. Insgesamt wurden 36 Projekte im Wetteraukreis durch dieses Förderprogramm unterstützt, was die Wichtigkeit und das Interesse an solchen Initiativen unterstreicht.
Urbane Gärten als Experimentierräume
Das Konzept der Gemeinschaftsgärten ist nicht neu, sondern steht im Einklang mit dem Urban-Gardening-Manifest, das 2014 veröffentlicht wurde und von rund 200 Projekten unterzeichnet wurde. Urbane Gemeinschaftsgärten werden als Experimentierräume betrachtet, die wertvolle Einsichten für eine nachhaltige Transformation der Gesellschaft bieten können. Diese Gärten sind nicht nur grüne Oasen inmitten urbaner Strukturen, sondern auch Orte des interkulturellen Austausches und des Wissens, wo lokaler Anbau von alten Sorten und der Eigenbau von Insektenhotels gefördert werden.
Gemeinschaftsgärten bieten vielfältige Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Fragen und fördern den Aufbau von Netzwerken. Die Bewirtschaftung dieser Gärten erfolgt oft als Commons, was bedeutet, dass sie gemeinschaftlich genutzt und verwaltet werden. Diese Aspekte sind nicht nur für die Umwelt wichtig, sondern stärken auch die sozialen Bindungen innerhalb der Nachbarschaften.
Trends in der urbanen Landwirtschaft
Gemeinschaftsgärten und Urban Farming sind aufstrebende Trends in der urbanen Landwirtschaft, die darauf abzielen, nachhaltige Lebensmittelproduktion in städtischen Gebieten zu fördern. Diese Initiativen ermöglichen es Stadtbewohnern, gemeinsam Land zu bewirtschaften und frische Produkte anzubauen. Urban Farming nutzt dafür städtische Räume wie Dächer, Hinterhöfe und brachliegende Grundstücke zur Lebensmittelproduktion.
Beide Konzepte fördern nicht nur soziale Interaktion und Bildung, sondern auch den Austausch über Anbaumethoden. Außerdem tragen sie zur Verringerung der Abhängigkeit von importierten Lebensmitteln bei und stärken lokale Wirtschaftszweige. Die positiven Auswirkungen auf die Luftqualität und die ästhetischen Aspekte urbaner Räume sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen.
Dennoch stehen diese Projekte vor Herausforderungen wie begrenztem Platz, Bodenverschmutzung und Wasserressourcenmanagement. Zukünftige Entwicklungen erfordern innovative Technologien und gesellschaftliche Akzeptanz, um die Chancen von Urban Farming für eine nachhaltige Ernährungssicherheit in städtischen Gebieten zu nutzen. Der Gemeinschaftsgarten in Griedel ist ein Schritt in die richtige Richtung und zeigt, wie durch Zusammenarbeit und Engagement neue grüne Räume entstehen können.