Im kleinen Ort Kefenrod steht eine große Entwicklung an: Ein neues Rechenzentrum wird in der Nähe des Friedhofs, am Ortseingang aus Richtung Bindsachsen, geplant. Wie die Frankfurter Neue Presse berichtet, soll dieses Zentrum nicht nur die digitale Infrastruktur der Region verbessern, sondern auch durch innovative Ansätze im Bereich erneuerbare Energien einen wesentlichen Beitrag zur finanziellen Stärkung der Gemeinde leisten.
Bürgermeister Markus Gerlach hebt hervor, dass solche Projekte das Erscheinungsbild des Ortes verändern könnten. Durch die Kombination aus Rechenzentrum und Photovoltaik-Anlagen möchte die Gemeinde auf nachhaltige Energie setzen. Geplant ist ein Rechenzentrum, das 9 Hektar Fläche benötigen wird und zudem mit Notstromaggregaten und Batteriespeichern ausgestattet sein soll. Das Besondere daran: Es soll Abwärme nutzen, was den Energieverbrauch effizienter gestaltet.
Ein ganzheitlicher Ansatz
Rechenzentren sind in der heutigen Zeit echte Stromfresser. Der Energiebedarf deutscher Rechenzentren stieg von 2010 bis 2022 um satte 70 Prozent auf 17,9 TWh und soll bis 2030 sogar auf 30 TWh ansteigen. Die Fraunhofer Gesellschaft betont, dass eine systemische Herangehensweise notwendig ist, um die Energieeffizienz in dieser Branche zu steigern und gleichzeitig klimaneutral zu werden. Neben der regenerativen Stromversorgung und der Wärmerückgewinnung soll auch die Netzintegration nicht zu kurz kommen.
Der geplante Photovoltaik-Park in Kefenrod wird auf einer Fläche von 86 Hektar eine Spitzenleistung von 100 Megawatt erzielen. Das könnte der Gemeinde nicht nur 227.000 Euro an Gewerbesteuern, sondern auch 180.000 Euro Vergütung sowie weitere Pachteinnahmen bescheren. Auch Windkraftprojekte werden in der Region untersucht, indem sechs Windräder in der Nähe von Streitberg aufgerüstet werden sollen, wovon eine Einnahme von 300.000 Euro zu erwarten ist.
Regulatorische Vorgaben und Unterstützung
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind zentrale Themen, die nicht nur die Betreiber, sondern auch die Gesetzgeber in den Fokus rücken. Mit dem neuen Energieeffizienzgesetz, das am 17. November 2023 verabschiedet wurde, gelten strenge Anforderungen für den Betrieb neuer Rechenzentren. Ein Blick auf die Website von TÜV NORD zeigt, dass zur Erreichung von CO2-Neutralität auch ein spezifisches Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001 notwendig ist. Dies soll den Rechenzentern ermöglichen, umweltfreundlicher zu arbeiten und gleichzeitig den Anforderungen des „Climate Neutral Data Centre Pact“ gerecht zu werden.
Die nächsten Schritte für Kefenrod sind bereits in Planung: Nach der Sommerpause wird die Gemeindevertretung über die angestrebten Projekte beschließen. Die Einwohner dürfen gespannt sein, welche Änderungen und Impulse das neue Rechenzentrum in ihre Gemeinde bringen wird.