In Hessen hat sich die Migrationslage 2025 grundlegend verändert. Nach den aktuellen Zahlen sind die Abschiebungen deutlich gestiegen, während die Zahl neuer Asylbewerber drastisch gesunken ist. Laut Stern gab es 1.941 Abschiebungen im vergangenen Jahr, was einem bemerkenswerten Anstieg von 17 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Dies ist Teil einer umfassenden Migrationswende, die vom hessischen Innenminister Roman Poseck (CDU) und dem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) als positiv bewertet wird.
Der Fokus der Abschiebungen liegt vor allem auf Straftätern und Gefährdern. Es wurde festgestellt, dass zwischen 2021 und 2025 die Anzahl der Abschiebungen in Hessen um beeindruckende 108 Prozent gestiegen ist. Auch die Zahl der freiwilligen Ausreisen ist gestiegen: 2025 waren es 3.136, was eine Zunahme von fast 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Im Kontext der freiwilligen Rückkehr ist bemerkenswert, dass diese Zahl im Vergleich zu 2021 sogar um 121 Prozent gestiegen ist.
Weniger neue Asylbewerber
Während die Abschiebungen in die Höhe schnellen, zeigt der Blick auf die Asylbewerberzahlen eine andere Realität. Wie Augsburger Allgemeine berichtet, sank die Anzahl der Asylbewerber in Hessen von rund 15.000 im Jahr 2024 auf etwa halb so viele im Jahr 2025. Diese Entwicklung wird als Rückgang der Attraktivität Deutschlands für Flüchtlinge angesehen, was von Poseck betont wurde.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) meldete im Jahr 2025 insgesamt 113.236 Asylerstanträge, ein Rückgang von 50,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie in den Meldungen vom BAMF festgehalten wird. Der Zugang zu Asyl hat sich in diesem Jahr auf verschiedene Staatsangehörigkeiten verteilt, wobei Afghanistan weiterhin an der Spitze steht mit 64.104 Erstanträgen. Syrien und die Türkei folgen mit 24.240 und 14.686 Anträgen.
Neuer Anpassungsbedarf und Maßnahmen
Die Umstellung in der Migrationspolitik zeigt auch die Maßnahmen der Regierung: Dobrindt hat Grenzkontrollen ausgeweitet, den Familiennachzug reduziert und einige Aufnahmeprogramme gestoppt. Poseck hebt hervor, dass Deutschland die Anreize für freiwillige Ausreisen insbesondere nach Syrien verbessern möchte. Über die Notwendigkeit, solche Maßnahmen zu treffen, ist man sich auch der persönlichen Härten bewusst, die Abschiebungen mit sich bringen können. Personen mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht dürfen weiterhin bleiben, solange sie sich gesetzeskonform verhalten.
Diese neuen Entwicklungen in der Migrationspolitik werfen Fragen auf, wie sich Deutschlands Rolle in der Aufnahme von Flüchtlingen weiter entwickeln wird. Die Herausforderungen sind groß, und die Möglichkeiten zur Anpassung werden sowohl auf politischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene diskutiert.