Wiesbaden hat große Ambitionen: Die Stadt strebt an, Austragungsort der Special Olympics Hessen 2029 zu werden, wie die Süddeutsche berichtet. Der Magistrat hat bereits einen Beschluss gefasst, der nun noch die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung benötigt. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende von der SPD sieht in dieser Bewerbung ein starkes Signal für eine inklusive Stadtgesellschaft und die Förderung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Die Special Olympics Hessen, die seit 2006 alle vier Jahre stattfinden, haben sich als bedeutende Plattform für Menschen mit kognitiven und mehrfachen Beeinträchtigungen etabliert. Im Rahmen der Landesspiele messen sich Athletinnen und Athleten in verschiedenen Disziplinen wie Badminton, Leichtathletik, Reiten und Schwimmen. Bei den letzten Spielen, die 2023 in Hanau stattfanden, nahmen rund 700 Teilnehmer:innen teil, wie von Hessen.de berichtet.

Ein Zeichen für Gemeinschaft und Inklusion

Die Eröffnungszeremonie der 4. Hessischen Special Olympics Landesspiele in Hanau wurde von Sportministerin Diana Stolz begleitet. Sie betonte die immense Bedeutung des Sports für Gemeinschaft und Inklusion und hob hervor, dass in diesem Jahr mehr Sportler:innen teilnehmen als je zuvor. Die Hessische Landesregierung unterstützt den Verband Special Olympics Hessen auch finanziell, mit einer Fortführung der Mittel in Höhe von 160.000 Euro im Jahr 2024.

Wiesbaden kann dabei auf reichhaltige Erfahrung im Ausrichten von Veranstaltungen zurückblicken, wie etwa das Host Town Programm der Special Olympics World Games 2023 in Berlin. Diese Erfahrungen könnten der Stadt helfen, eine optimale Bewerbung zu formulieren. Bei einer erfolgreichen Bewerbung sollen ab dem Haushalt 2027 Mittel für die Sommerspiele eingeplant werden.

Der Einfluss von Sport auf Inklusion

Die positive Wirkung von Veranstaltungen wie den Special Olympics auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung wird durch eine Untersuchung an der Universität Kiel unterstützt. Diese befasste sich mit den Einstellungen von Menschen ohne Behinderungen und stellte fest, dass es kurzfristige positive Veränderungen in der Wahrnehmung der Verhaltenskontrolle gab, auch wenn die allgemeinen Einstellungen nicht signifikant beeinflusst wurden so die Ergebnisse.

Wiesbaden möchte mit seiner Bewerbung ein Zeichen setzen und die Inklusion weiter vorantreiben. Wenn es nach Oberbürgermeister Mende geht, befinden wir uns auf dem richtigen Weg, um eine inklusive Stadtgesellschaft zu fördern und zu stärken.