Mit eisigen Temperaturen haben die Weihnachtsfeiertage in Deutschland in diesem Jahr für ordentlich Frost gesorgt. Laut n-tv.de erlebte Deutschland die kältesten Weihnachtstage seit 2010. Ein starkes Hochdruckgebiet aus dem Nordosten sorgte für frostige Verhältnisse und bereichert unseren Winter mit einer Kältewelle, die über weite Teile Europas und Nordeuropas zieht.
Die drei Festtage vom 24. bis 26. Dezember waren im Durchschnitt so kalt wie seit 15 Jahren nicht mehr. In der Nacht zum 26. Dezember wurde im schneebedeckten Harzgerode in Sachsen-Anhalt sogar der Tiefstwert von minus 12,1 Grad gemessen. Zum Vergleich: Im Winter 2010 lagen die Temperaturen im Durchschnitt drei Grad tiefer als in diesem Jahr. Kältewellen, so Wikipedia erklärt, sind durch eine schnelle Abkühlung auf unterdurchschnittliche Temperaturen in kurzer Zeit gekennzeichnet und entstehen oft durch hochreichende Kaltluft aus der Arktis.
Unfälle und Glätteenwarnungen
Die Kälte hat leider auch ihre Schattenseiten. Glatte Straßen führten zu einer Reihe von Unfällen, insbesondere in Niedersachsen, wo es auf der A1 zu einer Unfallserie mit sieben Fahrzeugen und fünf leicht verletzten Personen kam. Eine 22-Jährige verlor in Cloppenburg die Kontrolle über ihr Auto, das sich überschlug. Sie und ihr Baby blieben glücklicherweise unverletzt, aber die Glätte stellte für viele Verkehrsteilnehmer ein hohes Risiko dar.
In Hamburg trat die Feuerwehr in 12 Stunden zu 87 Glätte-Unfällen aus, hauptsächlich Autounfällen und Stürzen. Auch in Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gab es zahlreiche Glätteunfälle. Der Busverkehr in Potsdam wurde wegen der widrigen Wetterbedingungen eingestellt. Die Feuerwehr in Berlin warnte zudem vor weiteren Glättegefahren, da Sprühregen auf den eiskalten Straßen gefriert und zusätzliche Gefahr birgt.
Was erwartet uns noch?
Den Wetterexperten nach bleibt die Lage auch weiterhin angespannt. Am Sonntag wurde eine überwiegend sonnige und trockene Wetterlage erwartet, der Kaltfront, die den Norden jedoch mit Wind, dichten Wolken und etwas Regen erreichen wird. Vor allem in der Nacht zum Montag wird erneut mit Glätte gerechnet, was die winterlichen Verhältnisse nicht gerade entspannt.
Kältewellen sind in Mitteleuropa gut dokumentierte Phänomene, die in der kalten Jahreshälfte häufig auftreten und in der Regel nach dem Prinzip der Kaltluftadvektion aus dem Nordosten entstehen. Dieses Jahr zeigt sich das Sibirienhoch als dominanter Akteur und bringt arktische Kaltluft nach Mitteleuropa, während milde Atlantikluft nicht mehr für den nötigen Ausgleich sorgt. Die brennende Frage bleibt: Wie lange wird dieser Winter uns noch in den Griff haben?