Eine tiefgreifende Veränderung prägt die Arbeitswelt der Millennials: Polygamie in Form von mehreren Jobs, auch als Polyworking bekannt, wird zur Norm. Laut einer Umfrage von Academized.com aus dem März 2025, an der 2500 Millennials teilnahmen, haben mehr als die Hälfte der 26- bis 41-Jährigen (52 Prozent) mindestens einen Nebenjob. Faszinierend ist, dass ein Drittel davon sogar mit vier oder mehr Jobs jongliert. Damit ist Deutschland ganz klar Spitzenreiter in Europa, wo 54 Prozent der Millennials Polyworking praktizieren, gefolgt von Großbritannien mit 49 Prozent und Frankreich mit 41 Prozent, wie Merkur berichtet.

In einer Zeit, in der wirtschaftliche Unsicherheiten und stagnierende Löhne vorherrschen, suchen viele junge Berufstätige nach finanzieller Sicherheit und einer besseren Work-Life-Balance. Laut der Umfrage geben 40 Prozent an, aus finanziellen Gründen mehrere Jobs zu benötigen, während 28 Prozent eine verbesserte Work-Life-Balance anstreben. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen wider, dass 36 Prozent der europäischen Millennials mit mehreren Einkommensquellen jährlich über 10.000 Euro zusätzlich verdienen, wie ebenfalls von Business Punk angeführt wird.

Auswirkungen auf die Lebensqualität

Trotz dieser positiven Aspekte bringt Polyworking auch einige Herausforderungen mit sich. Die Gefahr von Burnout ist nicht zu unterschätzen, da viele Millennials unter Druck stehen, ihren Lebensstil aufrechtzuerhalten. Eine Studie zeigt, dass 66 Prozent der amerikanischen Arbeitnehmer gegenwärtig Anzeichen von Burnout erleben. Insbesondere 42 Prozent der Millennials mit mehreren Jobs machen eine Überlastung durch lange Arbeitszeiten und persönliche Beziehungsprobleme aus, wie Forbes berichtet.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist eine strategische Planung unerlässlich. Millennials müssen klare Grenzen setzen und Erholungszeiten priorisieren. Es ist wichtig, ein passendes Modell für das eigene Polyworking zu wählen und gegebenenfalls Zeit für Ruhe einzuplanen. So kann man dem Burnout entgegenwirken und dennoch von den Vorteilen der Diversifizierung von Einkommensquellen profitieren.

Der Weg in die Zukunft

Die Zahl der Millennials, die planen, langfristig mehrere Jobs oder Einkommensströme beizubehalten, liegt bei 58 Prozent. Das deutet darauf hin, dass Polyworking ein fester Bestandteil der modernen Arbeitswelt werden könnte. Die Digitalisierung und flexible Arbeitsmodelle sind dabei klare Treiber dieses Trends. Immer mehr junge Menschen setzen auf Selbstbestimmung, Vielfalt und persönliche Entwicklung in ihrem Berufsleben.

Mit der Veränderung der Arbeitswelt ist Polygamie am Arbeitsplatz längst nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern spiegelt die Realität vieler junger Professioneller wider. Ob zur finanziellen Sicherheit oder zur Steigerung der Lebensqualität, die Art und Weise, wie Millennials arbeiten, hat sich nachhaltig gewandelt und wird auch in den kommenden Jahren für viel Aufsehen sorgen.