In Gießen wurde eine neue Jugendorganisation der AfD mit dem Namen „Generation Deutschland“ gegründet, nachdem die Vorgängerorganisation „Junge Alternative“ aufgrund ihrer Einstufung als gesichert rechtsextrem vom Verfassungsschutz aufgelöst worden war. Parteichefin Alice Weidel bezeichnete die Neugründung als essentiale Kaderschmiede, um die nächsten Generationen für die Partei auszubilden. Die Veranstaltung fand an einem von Protesten geprägten Tag statt, an dem etwa 25.000 Demonstranten gegen die AfD auf die Straße gingen. Polizei und Sicherheitskräfte schritten ein, was zu Blockaden führte und den Beginn des Treffens verzögerte. Am Ende mussten die Organisatoren derweil die Veranstaltung um einen Tag vorverlegen und auch einige Polizisten wurden dabei verletzt. Bei den Demonstrationen kam es zu einem massiven Einsatz von Wasserwerfern, Schlagstöcken und Pfefferspray, um die Proteste unter Kontrolle zu bringen.

Neuer Vorsitzender und personelle Kontinuitäten

Als erster Vorsitzender der „Generation Deutschland“ wurde Jean-Pascal Hohm gewählt, ein Landtagsabgeordneter aus Brandenburg, der vom Landesverfassungsschutz als Rechtsextremist eingestuft wird. Der neue Organisation wird eine ähnliche Struktur wie die alte „Junge Alternative“ nachgesagt, was auf erste Hinweise kommunizierte Style und Inhalte betrifft. WDR-Reporterin Katja Riedel betont, dass alte Netzwerke und Akteure weiterhin aktiv sind und das Erscheinungsbild der neuen Gruppe prägen könnten. Hohm könnte dafür ein gutes Händchen an den Tag legen, wird doch mit einer großen Mitgliederzahl gerechnet: Rund 9.000 Personen sind aktuell eintrittsberechtigt, wohingegen die „Junge Alternative“ nur 2.500 Mitglieder aufwies.

Proteste und repressive Gegenmaßnahmen

Der Protest vor der Gründung war nicht nur lauthals, sondern auch physisch spürbar. Blockaden sorgten dafür, dass die Veranstaltung nicht pünktlich beginnen konnte. Dafür griff die Polizei zu harten Mitteln. Der Einsatz von Wasserwerfern, Schlagstöcken und Pfefferspray stellte sicher, dass die öffentliche Ordnung gewahrt blieb, aber auch dafür sorgte, dass zahlreiche Demonstranten und Polizisten verletzt wurden. Die AfD-Jugendorganisation startete schließlich mit einer erheblichen Verzögerung in das Treffen und musste das ursprüngliche Ende um einen Tag vorverlegen, eine Entscheidung, die in Anbetracht der tumultartigen Umstände vielleicht notwendig, aber nicht gerade optimal war.

Angesichts der provokativen Botschaften, die von der AfD und ihren Jugendorganisationen üblicherweise kommuniziert werden, bleibt abzuwarten, ob die neue Gruppe in der Lage ist, den Trend der alten „Jungen Alternative“ fortzusetzen. Ob die Beobachtungsintensität des Verfassungsschutzes auf die neue Generation eingehen wird, kann immer noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, aber man hat schon den Eindruck, dass es hier einige „Kontinuitäten“ geben könnte. Zudem gestaltet sich die Einladungsliste für Vorfeldorganisationen vielversprechend: Firmen, die sich mit auffälligen Slogans und Merchandise-Artikeln beschäftigen, sind auch hier involviert.