Der demografische Wandel in Deutschland ist spürbar, insbesondere in Niedersachsen, wo die Prognosen des Landesamtes für Statistik ein deutliches Bild zeichnen. Bis 2025 wird hier mit einem Rückgang der Einwohnerzahlen um rund 435.000 Personen gerechnet. Kein geringerer als die Stadt Oldenburg wird voraussichtlich bis 2045 um 7.185 Personen schrumpfen – das entspricht einem Rückgang von 4,1 %. Seltsamerweise sieht es im Ammerland, einer Region, die oft im Schatten ihrer größeren Nachbarn steht, ganz anders aus. Laut den Berichten von nwzonline, bleibt die Bevölkerungszahl mit nur einem Rückgang von 322 Personen stabil.
Die Vorhersagen zeigen, dass im Jahr 2045 im Ammerland etwa 127.000 Menschen leben werden, nachdem die Bevölkerung zwischenzeitlich auf über 130.000 ansteigen könnte. Ein bemerkenswerter Trend ist der Anstieg der älteren Bevölkerung: Aktuell leben bereits etwa 31.500 Personen über 65 Jahre in der Region, und bis 2045 wird diese Zahl auf über 39.500 ansteigen. Das macht deutlich, dass der Altersdurchschnitt der Bewohner ebenfalls steigen wird. Während der Anteil der unter 20-Jährigen auf nur noch 18,4 % sinken wird, wächst die Altersgruppe der 75- bis 80-Jährigen rasch.
Bevölkerungsentwicklung im Vergleich
Das Bild in Oldenburg ist gemischter: Hier bleibt die Altersgruppe der 25- bis 30-Jährigen stabil, während die Senioren ab 65 Jahren um fast 10.000 auf rund 45.000 ansteigen werden. Die Stadt könnte bei moderater Zuwanderung bis 2045 auf etwa 169.400 Einwohner anwachsen. Bei niedriger Zuwanderung wären es 165.200 und bei starker Zuwanderung sogar 173.600.
Die demografischen Unterschiede in Niedersachsen sind laut Statistik Niedersachsen frappierend. Während die Stadt Delmenhorst mit einem Plus von 10,3 % das stärkste Wachstum verzeichnet, hat der Landkreis Holzminden den höchsten Rückgang mit minus 10 %. Zudem hat sich der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung in Niedersachsen in den letzten Jahren nahezu verdoppelt. Im Jahr 2022 lebten 817.000 Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Niedersachsen, was 10,3 % der Gesamtbevölkerung ausmacht.
Der demografische Wandel trifft unterschiedlich
Ein weiterer bedeutsamer Aspekt ist das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung in Niedersachsen, das auf 44,5 Jahre angestiegen ist. Dabei zeigt sich, dass Frauen im Durchschnitt 2,5 Jahre älter sind als Männer, und dass die Jugendquotienten stetig sinken, während die Altenquotienten ansteigen. Laut Destatis wird der Altenquotient 2024 in Westdeutschland bei 38 und in Ostdeutschland bereits bei 50 Personen über 65 Jahren pro 100 Personen im erwerbsfähigen Alter liegen.
Die demografischen Entwicklungen haben tiefgreifende Folgen für die Gesellschaft – nicht nur auf kommunaler Ebene, sondern auch für die gesamte Landes- und Bundesregierung. Alleen, Parkanlagen und öffentliche Dienstleistungen müssen sich auf die alternde Gesellschaft einstellen. Was in den nächsten Jahren noch auf uns zukommt, bleibt spannend und herausfordernd zugleich. Die Frage ist: Wie wird sich unsere Gesellschaft an diese Veränderungen anpassen? In einer Zeit, in der der demografische Wandel in aller Munde ist, bleibt abzuwarten, wie die politischen Entscheidungsträger auf diese dynamischen Entwicklungen reagieren werden.




